Explosion Verletzte nach Anschlag auf Hamburger Disko

Bei einem Sprengstoffanschlag in einer Diskothek in Hamburg St. Pauli sind neun Menschen zum Teil schwer verletzt worden, zwei davon lebensgefährlich. Zum Zeitpunkt der Explosion waren 1400 Menschen in dem Gebäude. Darunter auch Heiner Lauterbach und Dieter Bohlen.


Rettungswagen vor der Diskothek "J's, der Club im Bunker"
DPA

Rettungswagen vor der Diskothek "J's, der Club im Bunker"

Hamburg - Die Splittergranate jugoslawischer Bauart war nach den Worten von Polizeisprecher Hans-Jürgen Petersen in der Discothek "J's, Der Klub im Bunker" im Hamburger Stadtteil St. Pauli kurz nach 03.00 Uhr detoniert. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich in dem Lokal rund 1500 Menschen aufgehalten. Unter den Gästen waren auch der Schauspieler Heiner Lauterbach und seine Freundin Jenny Elvers. Beide hätten etwa fünf Minuten vor der Detonation das Lokal verlassen, hieß es. Wie aus dem Umfeld der Veranstalter verlautete, waren auch der Musiker und Produzent Dieter Bohlen sowie die Schauspieler Til Schweiger, Heinz Hoenig und Mark Keller auf der Party.

Durch die Detonation wurden eine 23-jährige Frau aus Neuendorf in Schleswig-Holstein sowie ein 21 Jahre alter Hamburger lebensgefährlich verletzt. Außerdem erlitten eine 18-jährige Frau aus Hamburg sowie vier Hamburger im Alter zwischen 19 und 32 Jahren und ein 22-Jähriger aus Appel in Niedersachsen zum Teil schwere Splitterverletzungen an Armen und Beinen sowie am Kopf.

Die Splittergranate sei in einem von der Tanzfläche abgetrennten so genannten VIP-Raum explodiert, in dem sich eine Sitzecke und ein Tisch befinden, sagte Polizeisprecher Petersen. Hier habe ein Sprengmeister des Hamburger Landeskriminalamtes Reste der Granate sichergestellt. Die teilweise zerfetzten Polster der Sitzecke deuteten darauf hin, dass der Sprengkörper zwischen den Sitzen versteckt gewesen sei. Auf welche Weise die Handgranate gezündet wurde, sei noch unklar.

Die Discothek "J's" liegt im vierten Stock eines Hochbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Heiligengeistfeld. Insgesamt waren nach Angaben von Petersen 30 Streifenwagen mit 60 Beamten und zwei Sprengstoffsuchhunde im Einsatz. Über die Hintergründe der Tat und die Täter lagen bis zum Mittag keinerlei Erkenntnisse vor.



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