Extreme Kältewelle New York rüstet sich für Temperatursturz

Die arktische Kälte hat nun auch den Nordosten der USA erreicht, selbst die Raumfahrt ist von dem extremen Winter betroffen. New York bereitet sich auf eine Ausnahmesituation vor - möglicherweise mit gefühlten Temperaturen von unter minus 30 Grad.


New York - Es ist die schlimmste Kältewelle in den USA seit 20 Jahren, Millionen Amerikaner bibbern bei arktischen Temperaturen. Und die Meteorologen sagen für die Nacht zum Dienstag neue Minusrekorde voraus. Große Teile der Bevölkerung erlebten bereits am Montag gefühlte Temperaturen von 40 Grad minus und tiefer. Lähmte die extreme Kälte bisher jedoch vor allem das Leben im Mittleren Westen, erreichte die Kaltfrontspirale nun auch den Nordosten der USA.

So erwartet die Millionenmetropole New York binnen 24 Stunden einen dramatischen Temperatursturz von milden zwölf Grad Celsius auf minus 14 Grad. Auch in den Neuengland-Staaten riefen die Behörden die Bevölkerung auf, sich auf beißende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten.

Die Einwohner von New York wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die gefühlte Temperatur auf bis zu minus 31 Grad Celsius sinken lassen könnte. Der viele in den vergangenen Tagen gefallene Schnee, gerade erst teilweise getaut, wird laut Vorhersage zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren. Streudienst und Transportbehörden bereiteten sich auf eine Ausnahmesituation vor.

Ein Minusrekord werde aber wohl nicht aufgestellt werden, sagte Pat Maloit vom US-Wetterdienst der "New York Times". Doch so ein Temperatursturz sei "sehr, sehr selten".

Fotostrecke

13  Bilder
Extremer Winter: Kältewelle frostet weite Teile der USA
Mehr als 140 Millionen Amerikaner betroffen

Wegen der arktischen Temperaturen wurden im ganzen Land am Montag mehr als 4300 Flüge gestrichen. Weitere 6500 Flüge seien verspätet gewesen, meldete die Website flightaware.com. Auch die Raumfahrt ist betroffen: Wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters "Cygnus" zur Internationalen Raumstation ISS wegen der eisigen Temperaturen um mindestens einen Tag verschoben. Er soll jetzt frühestens am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility in Virginia abheben.

Ein gigantischer Luftwirbel über Kanada drückt derzeit Polarluft tief in die Vereinigten Staaten. Die klirrende Kälte dürfte auch in den kommenden Tagen weite Teile des Landes östlich der Rocky Mountains im Griff halten. Die eisigen Winde würden bis zur mexikanischen Grenze in Texas und sogar im Sonnenstaat Florida zu spüren sein, erklärten Meteorologen. Laut Nationalem Wetterdienst wird das Thermometer an vielen Orten auf die niedrigsten Werte seit zwei Jahrzehnten fallen.

Die gefühlten Minusgrade in einigen Landesteilen lagen am Montag niedriger als am Südpol. So herrschten in Montana gefühlte minus 53 Grad Celsius, am Südpol waren es minus 34 Grad. Insgesamt waren am Montag mehr als 140 Millionen Amerikaner von der Kältewelle betroffen - mehr als ein Drittel des Landes.

Der Nationale Wetterdienst warnte vor "lebensbedrohlichen" Bedingungen, die binnen weniger Minuten zu Unterkühlungen und Frostbeulen führen könnten. Die Behörden riefen die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten auf, sich mit Lebensmitteln einzudecken und das Haus nur in Notfällen zu verlassen.

Durch den Kälteeinbruch sind in den USA seit Jahresbeginn schon mehr als ein Dutzend Menschen gestorben. Entwarnung gab es vorerst nicht. In mehreren Metropolen - darunter Chicago - sollen auch am Dienstag die Schulen geschlossen bleiben.

In Kanada wurden Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius gemessen. Der nördliche Nachbarstaat der USA hatte ebenfalls mit massiven Flugausfällen und Verkehrsbehinderungen zu kämpfen. Die kanadische Wetterbehörde rief die Bevölkerung angesichts der Rekordkälte zu "äußerster Vorsicht" auf. Bei den extremen Temperaturen drohten ungeschützter Haut in "weniger als fünf Minuten" Erfrierungen.

wit/dpa/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 46 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zick-zack 07.01.2014
1. Wow!
Wow, Frost im Winter, wer hätte das gedacht? Wie fühlen sich -30°C an? Wenn mal -30°C sind, ist das ja wie -60°C. Also das mit den gefühlten Temperaturen ist Quatsch, und dünne frieren eher als dickere.
b399y 07.01.2014
2. gefühlte Temperaturen???
-30° hören sich natürlich spektakulärer an wie -11. und minus ELF Grad sind im Winter auch für NY ganz normal. was soll der Murks mit den gefühlten Temperaturen?
Repast 07.01.2014
3. Kein Titel.
Ist ja wahnsinn - hier in Deutschland lebe ich seit fast 30 Jahren ununterbrochen bei Temperaturen über minus 30 °C. Bin bishr ganz gut klar gekommen ;)
michel7810 07.01.2014
4. Ooooh...
...arktische Kälte auf der Nordhalbkugel! Und das auch noch mitten im Winter! Skandal! Ich hoffe doch, SPON wird die spannenden Hintergründe hierzu gründlich recherchieren. Ich freue mich schon auf den Live-Ticker...
drehstuhlpilot 07.01.2014
5. Kein Titel
Minus 14 Grad? Deswegen so ein Alarm? Auch der dauernde Wechsel zwischen "gefühlter" Temperatur und tatsächlicher Tamperatur macht den Artikel nicht informativer.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.