Fahrverbot in Peking Verkehrsbetriebe schließen U-Bahn-Linie wegen Überfüllung

Das Fahrverbot in Peking zeigt erste Auswirkungen - und zwar nicht wie geplant bessere Luft für Olympia: Im morgendlichen Berufsverkehr brach der Betrieb einer der wichtigsten U-Bahn-Linien unter dem Ansturm der Pendler zusammen. Mehrere Stationen sind gesperrt.


Peking - Zunächst schien alles ruhig, doch dann meldeten die Verkehrsbetriebe: Linie 2 ist hoffnungslos überfüllt. Die Verbindung, eine der wichtigsten Pekings, führt im Kreis einmal um die Innenstadt. In der morgendlichen Rushhour strömten so viele Fahrgäste in die Bahn, dass Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft die Eingänge verbarrikadieren mussten - aus Sicherheitsgründen. Betroffen sind mindestens ein großer Verkehrsknotenpunkt - die Station Jianguomen - und mehrere kleinere Bahnhöfe. Passagiere dürfen derzeit zwar aus der Linie 2 aussteigen, aber nicht einsteigen.

Überfüllte U-Bahn in Peking: Pkw-Fahrverbot löst Ansturm aus
AP

Überfüllte U-Bahn in Peking: Pkw-Fahrverbot löst Ansturm aus

Ausgelöst hatte den Ansturm ein umfassendes Fahrverbot, das die Behörden zur Verbesserung der chronisch schlechten Luftqualität vor den Olympischen Spielen in Peking erlassen hatten. Die Restriktionen waren am vergangenen Sonntag in Kraft getreten. In den kommenden zwei Monaten darf jeweils nur die Hälfte der 3,3 Millionen Autos auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt unterwegs sein, abhängig von geraden oder ungeraden Nummernschildern. Am Montag, dem ersten Werktag seit der Einführung der Verkehrsbeschränkungen, kam es im morgendlichen Berufsverkehr zunächst nicht zu dem befürchteten Chaos in den öffentlichen Verkehrsmitteln, später verschärfte sich die Situation.

Um die Rushhour etwas zu entzerren, waren die Beschäftigten zu einer Flexibilisierung ihrer Arbeitszeit aufgerufen worden. Öffentliche Einrichtungen öffneten eine Stunde später als normal.

Seit Monatsbeginn sind bereits 300.000 Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß komplett von den Straßen verbannt. Die Behörden lassen angesichts der Luftverschmutzung außerdem zahlreiche Fabriken vorübergehend schließen. Chemiewerke, Gießereien und andere Unternehmen müssen ihre Emissionen um 30 Prozent reduzieren, Bauarbeiten werden vollständig eingestellt.

Nach Angaben der Weltbank liegen 16 der 20 Städte mit der weltweit schlechtesten Luftqualität in China. Etliche Athleten haben sich entschieden, ihr Training außerhalb der Hauptstadt zu absolvieren.

Und der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat mehrfach gewarnt, dass Wettkämpfe in Ausdauersportarten von mehr als einer Stunde Dauer wegen der Luftverschmutzung verschoben werden könnten.

ffr/Reuters/AP

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