Fall Maria Die Spur führt nach Bulgarien

Stammen Marias Eltern aus einer bulgarischen Roma-Familie? Berichten zufolge mehren sich die Hinweise, dass das Mädchen von ihrer bulgarischen Mutter in Griechenland zurückgelassen wurde.

Fall Maria: Wurde das Mädchen entführt?
DPA/GREEK POLICE

Fall Maria: Wurde das Mädchen entführt?


Hamburg - Die leiblichen Eltern der kleinen Maria stammen möglicherweise aus einer bulgarischen Roma-Familie. Die "Daily Mail" berichtet unter Berufung auf die griechische Polizei, dass die Ermittler ein Ehepaar in Nikolaewo in Südbulgarien im Visier haben.

Demnach soll eine 35-jährige Frau das Mädchen 2009 in der Nähe von Farsala zur Welt gebracht haben. Dies soll aus entsprechenden Dokumenten hervorgehen. Ein Roma-Junge aus der zentralbulgarischen Stadt Nikolaewo sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur BGNES, seine Eltern hätten Maria als ihre Tochter erkannt. Die Mutter habe das Mädchen vor ihrer Heimkehr nach Bulgarien in Griechenland zurückgelassen, weil sie "weder Geld noch Ausweispapiere" gehabt habe.

Das Paar wird der Zeitung zufolge von der Polizei befragt; momentan warten die Ermittler auf das Ergebnis eines DNA-Tests. Eine Bulgarin sagte einem örtlichen Fernsehsender, sie sei befragt worden und habe einem solchen Test zugestimmt. Das bulgarische Innenministerium und die Polizei haben dies nicht bestätigt. Der angebliche Geburtstermin deckt sich allerdings nicht mit dem vermuteten Alter des Mädchens: Laut einer zahnärztlichen Untersuchung ist Maria fünf bis sechs Jahre alt - nicht vier.

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Ermittlungen in Griechenland: Ein Rätsel namens Maria
Den Berichten zufolge hat das Paar zwischen acht und zehn Kindern, mehrere von ihnen haben blonde Haare. Die Mutter habe Nachbarn erzählt, dass sie ihre Tochter für umgerechnet 250 Euro verkauft habe. Derzeit kursieren mehrere Bilder und Videoaufnahmen von den angeblichen Geschwistern - die Kinder sehen Maria zumindest sehr ähnlich.

Die griechische Polizei hatte die kleine Maria vor gut einer Woche in einem Roma-Lager in der Stadt Farsala entdeckt. Sie war den Beamten aufgefallen, weil sie mit ihren blonden Haaren und hellen Augen ihren angeblichen Eltern überhaupt nicht ähnelte. DNA-Tests bestätigten, dass es sich bei dem Paar nicht um die biologischen Eltern handelte. Der 39-jährige Mann und die 40 Jahre alte Frau wurden daraufhin wegen des Vorwurfs der Kindesentführung in Untersuchungshaft genommen.

Auch das Paar hatte angegeben, dass Maria ihnen von der Mutter, einer bulgarischen Roma-Frau, übergeben wurde. Um Marias leibliche Eltern aufzuspüren, hatten sich die griechischen Behörden an die Öffentlichkeit gewandt, unterstützt wird die Suche auch von der internationalen Polizeibehörde Interpol.

gam/AFP/AP

insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
lachina 24.10.2013
1. .
ich habe gesehen, dass es unter sinti/Roma/gitanos auch Blondschöpfe gibt; blondsein ist nicht per se "nordisches Blut" , und ich finde eine Überprüfung nur auf Grund dieser Tatsache irgendwie rassistisch.
Pfaffenwinkel 24.10.2013
2. Vorurteil
Ein blondes Mädchen bei einer Roma-Familie - und schon kommt das Vorurteil auf: Das kann ja nur geklaut sein.
j.c78. 24.10.2013
3. Eine Roma-Familie
die ihren Lebensunterhalt mit Kindergeldbetrug finanziert und von einer anderen Familie ein Kind kauft. Da hat sich aber jemand Mühe gegeben um wirklich jedes antizigane Vorurteil zu bestätigen.
taglöhner 24.10.2013
4.
Zitat von lachinaich habe gesehen, dass es unter sinti/Roma/gitanos auch Blondschöpfe gibt; blondsein ist nicht per se "nordisches Blut" , und ich finde eine Überprüfung nur auf Grund dieser Tatsache irgendwie rassistisch.
Wenn man bei der Kriminalitätsbekämpfung nur das Prinzip Lotto anwendet, kann man's gleich lassen. An der Schweizer Grenze z.B. haben Sie eher ein Problem, wenn Sie einen Porsche fahren :).
at@at 24.10.2013
5.
Zitat von taglöhnerWenn man bei der Kriminalitätsbekämpfung nur das Prinzip Lotto anwendet, kann man's gleich lassen. An der Schweizer Grenze z.B. haben Sie eher ein Problem, wenn Sie einen Porsche fahren :).
Da sind meine Erfahrungen allerdings andere. Es reicht, nicht deutsch auszusehen, einen langhaarigen Freund zu haben und ein altes Auto zu fahren, schon schlägt das Klischee "bestimmt Drogen" zu (auch an der Schweizer Grenze). Tja, Pech gehabt, denn es gab (und gibt) bei uns überhaupt gar nichts zu holen, nicht mal Zigaretten. Am besten das Prinzip Lotto anwenden, ich denke, da könnten sicher mehr Leute geschnappt werden. Vorurteile bei der Polizei und Grenzern sind aus meiner Sicht ebenso unangebracht wie bei den irischen Behörden, die einfach nur aufgrund der Tatsache, dass die Kinder blond sind, diese ihren Roma-Familien weggenommen haben - peinlicherweise zu Unrecht. Ich wette, wenn sich herausstellt, dass Maria wirklich ein Roma-Kind ist, dann wird sich auch die Empörung sehr schnell legen - dann ist es vermutlich nur noch ein Fall von Sozialbetrug, der ja in Griechenland alltäglich und weitverbreitet zu sein scheint. Naja, wenigstens weiß dann auch der letzte, dass blonde Kinder durchaus auch von dunkelhaarigen Eltern stammen können...
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