Feiern zum Jahreswechsel: Willkommen, 2012!

Die Welt begrüßt das neue Jahr. In Berlin bejubelten Hunderttausende Menschen das Feuerwerk am Brandenburger Tor, die Zugänge zur Partymeile mussten weit vor Mitternacht wegen des Andrangs geschlossen werden. Einer der Silvester-Höhepunkte auf der anderen Seite der Erde war der spektakuläre Raketenzauber über Sydney.

Hallo 2012! Prost Neujahr, weltweit Fotos
DPA

Berlin - Die größte Menschenmenge feierte in Deutschlands Silvesternacht in Berlin: Eine Million Besucher kamen nach Angaben der Veranstalter zur Mega-Party am Brandenburger Tor. Wegen Überfüllung mussten dort schon zwei Stunden vor dem Jahreswechsel die meisten Zugänge zur Feiermeile schließen. Die Veranstaltung am Wahrzeichen der Hauptstadt gilt als eine der weltweit größten Silvesterpartys.

Zwischenfälle gab es den Angaben zufolge zunächst nur wenige. Dabei habe es sich meist um alkoholbedingte Fälle gehandelt. Um Mitternacht wurde der Berliner Himmel mit Tausenden Feuerwerkskörpern erhellt - dazu sangen die Scorpions auf einer großen Bühne vor dem Brandenburger Tor.

Die Berliner Feuerwehr musste am letzten Tag des Jahres zu weit mehr als tausend Einsätzen ausrücken. Schon um 22 Uhr sei die Marke von 1000 geknackt worden, sagte ein Sprecher. Gerufen wurden die Einsatzkräfte etwa zu Bränden, die durch verirrte Silvesterraketen ausgelöst worden waren. Zudem habe es viele normale Einsätze gegeben, unabhängig von Silvester, zum Beispiel, wenn Menschen Schwächeanfälle erlitten hätten. "Pro halbe Stunde hatten wir etwa 35 Einsätze", sagte der Feuerwehrsprecher.

Festnahmen von Putin-Gegnern in Moskau

In Moskau begrüßten Hunderttausende Menschen das neue Jahr auf dem berühmten Roten Platz. Minutenlang explodierten allein dort fast tausend Raketen im Himmel über der russischen Hauptstadt. Mit vielstimmigem "Ah!" und "Oh!" wurden die Leuchtfeuer gefeiert. Traditionell läutete die Uhr am Spasski-Turm des Kreml das neue Jahr ein. Besucher mussten Metallrahmen passieren, um auf den Platz zu gelangen. Alkohol und Glasflaschen waren strikt verboten.

Bei regierungskritischen Protesten nahm die Polizei in Moskau am Samstagabend mindestens 20 Oppositionelle fest. Auch der Skandalautor Eduard Limonow von der nicht zugelassenen Partei "Anderes Russland" kam bei der nicht genehmigten Kundgebung in Polizeigewahrsam, meldete die Agentur Itar-Tass.

Ein massives Polizeiaufgebot hatte den Triumphplatz im Zentrum der russischen Hauptstadt schon Stunden vor Beginn der Aktion abgesperrt. Dennoch sammelten sich einige Dutzend vor allem junge Leute nahe einer Metrostation und hielten Plakate mit politischen Parolen hoch.

1,5 Millionen Menschen feierten in Sydney

In Australien und Asien begrüßten die Menschen das neue Jahre bereits Stunden vorher. Die Australier genossen das monumentale Feuerwerk in Sydney bei sternenklarem Himmel. Am Hafen warteten mehr als 1,5 Millionen Menschen auf eine der spektakulärsten Neujahrsbegrüßungen der ganzen Welt. Um Mitternacht wurde vor der berühmten Opernhauskulisse ein zwölf Minuten langes Feuerwerk gezündet, bei sommerlichen Temperaturen von gut 20 Grad.

Stundenlang drängelten sich die Menschen um das riesige Hafenbecken, um die besten Aussichtspunkte zu ergattern. 2800 Polizisten waren im Einsatz. Sie filzten vor allem Taschen, weil in weiten Teilen des Hafengebiets kein Alkohol zugelassen ist. Das Feuerwerk wurde auf sieben Schiffen, sieben Hochhäusern und der Hafenbrücke gezündet. Es kostete schätzungsweise 6,5 Millionen australische Dollar - gut fünf Millionen Euro.

In Neuseeland mussten Feuerwerk und Konzerte wegen Stürmen abgesagt werden. In der Stadt Whitianga rutschten Besucher eines Musikfestivals im Schlamm aus und verletzten sich teilweise schwer. Mit einem Feuerlöschschlauch wurden sie vom Personal einer Klinik erst einmal sauber gewaschen, bevor sie behandelt wurden. "Viele Menschen waren so stark mit Schlamm bedeckt, dass es schwierig war, sofort herauszufinden, was mit ihnen nicht in Ordnung war", sagte die Klinikdirektorin des Thames Krankenhauses der Zeitung "Herald on Sunday".

Die Japaner hießen nach einem Jahr furchtbarer Natur- und Atomkatastrophen das neue "Jahr des Drachen" willkommen - in dem es der Nation hoffentlich besser ergeht. Millionen Besucher strömten in der Neujahrsnacht in die Tempel und Schreine des Inselreichs, um die Götter um Segen und bessere Zeiten zu bitten. Um Mitternacht erklangen im ganzen Land kilometerweit hörbar 108-mal die Glocken der Heiligtümer. Sie sollen die 108 Übel des alten Jahres vertreiben.

Sechs Stunden nach Deutschland begrüßte auch New York das neue Jahr: Unter dem Jubel von rund einer Million Menschen senkte sich die berühmte Kristallkugel, von Lady Gaga per Knopfdruck in Bewegung gesetzt, um Mitternacht über dem Times Square. Während eine dichte Konfettiwolke auf die Zuschauermenge regnete, stimmten Hunderttausende am Broadway und in den umliegenden Straßenschluchten den Sinatra-Song "New York, New York" an.

Die glitzernde Kristallkugel ist seit mehr als hundert Jahren das Symbol der Silvesterfeier am Times Square. Auf Feuerwerk mussten die New Yorker allerdings auch diesmal wieder verzichten. Böller und Raketen sind nur zum amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli erlaubt.

Pazifik: Samoaner begrüßten 2012 als Erste

Als Erste wechselten um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit die rund 200.000 Einwohner von Samoa ins neue Jahr. Dafür mussten Samoa und die zu Neuseeland gehörenden Tokelau-Inseln erst Zeitgeschichte schreiben. Sie gehörten bislang zu den Letzten, die ein neues Jahr begrüßten. Dieses Mal ließen sie den 30. Dezember einfach aus - und setzten sich an die Spitze der Silvesterbewegung.

Die Stadt Peking begrüßte das neue Jahr mit einem Countdown am Himmelstempel. Die letzten Sekunden des Jahres 2011 wurden zum Abschluss einer Lasershow auf das 600 Jahre alte Wahrzeichen der chinesischen Hauptstadt projiziert. Die Pekinger Bürger waren nicht eingeladen - die kommunistische Führung Chinas fürchtet jede Ansammlung von Volksmassen als unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.

ssu/ore/dpa/dapd

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1. .
cogitoergobum 31.12.2011
Zitat von sysopFür die Menschen in Australien und Asien ist bereits der 1. Januar 2012 - in Deutschland trudelt das Partyvolk gerade erst ein. Zehntausende tanzen vor dem Brandenburger Tor dem neuen Jahr entgegen. Feiern zum Jahreswechsel: Deutschland tanzt sich warm - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,806552,00.html)
Ich werde die Neujahrswende ob auf der Alm in einem Plumpsklo und einer Tageszeitung vom 31.12.1999 verbringen.
2.
mariehatsnett 31.12.2011
Zitat von Benno BenzUnd die Hartzianer jaulen morgen wieder rum, daß das Party-Volk nicht genug Sensibilität gegenüber den Armen dieses Landes zeigt. Ich sage: FEIERT ruhig! Die Armen haben in dieser Nacht zu schweigen! Frohes, neues Jahr!
Welch dämlicher Kommentar...Was hat das mit der Schlagzeile zu tun? Und vor allen Dingen, wo ist da der Zusammenhang?
3.
megaflax 31.12.2011
Zitat von Benno BenzUnd die Hartzianer jaulen morgen wieder rum, daß das Party-Volk nicht genug Sensibilität gegenüber den Armen dieses Landes zeigt. Ich sage: FEIERT ruhig! Die Armen haben in dieser Nacht zu schweigen! Frohes, neues Jahr!
Bis ich Ihren Benutzernamen gesehen habe, war ich entrüstet.
4. ^^
hundini 31.12.2011
weckt mich Morgen, ich geh jetzt pennen... zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz
5. ich wünsche...
Thomas Mainka 31.12.2011
allen Menschen und auch den Reichsbedenkenträgern, Gutmenschen und sonstigen Mützenstrickern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich persönlich werde mich nicht ändern und weiterhin o.g. Randgruppen verachten.
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