Bayern Anwohner klagten - Gemeinde muss Straßenbeleuchtung dimmen

Sie fanden nachts keinen Schlaf mehr - die Straßenlaternen waren zu hell. Zwei Anwohner der Gemeinde Feldkirchen-Westerham klagten - und bekamen recht.

Feldkirchen-Westerham in Bayern
DPA

Feldkirchen-Westerham in Bayern


Die bayerische Gemeinde Feldkirchen-Westerham bei Rosenheim muss laut einem Urteil zwei Straßenlaternen austauschen oder abdunkeln, weil sie Anwohner vom Schlafen abhalten.

Das Verwaltungsgericht München folgte der Einschätzung eines Gutachtens, das von einer "erheblichen Beeinträchtigung" ausgeht. Es verpflichtete die Gemeinde dazu, Licht-Grenzwerte für die psychologische Belastung einzuhalten.

Die Anwältin der Gemeinde kündigte an, in Berufung gehen zu wollen. Geklagt hatte ein Ehepaar, das aufgrund des Lichts nicht mehr ungestört schlafen könne. Die zwei Laternen vor seinem Haus wurden 2013 erneuert. Seitdem sei es im Schlafzimmer so hell, dass "wir nur noch in einer von zehn Nächten durchschlafen. Früher war das nie ein Problem", erklärte Kläger Robert Rypacek vor dem Prozess.

Er und seine Frau Elvira versuchen schon seit Jahren, sich gegen die waagerecht strahlenden LED-Birnen zu wehren, und wollten nach eigenen Angaben eigentlich gar nicht vor Gericht ziehen. Doch mit Gemeinde und Bürgermeister sei keine Einigung möglich gewesen, sagte Rypacek. Auch als das Ehepaar anbot, die Kosten für einen Umbau selbst zu übernehmen, habe die Gemeinde das abgelehnt.

Deren Anwältin sagte, dass sonst jeden Tag jemand ins Rathaus käme und etwas anderes wolle. Außerdem solle ein Präzedenzfall vermieden werden. Die Gemeinde sieht sich außerdem im Recht, da sie DIN-Normen einhalte.

bbr/dpa

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