Krawalle nach Tötung von Teenager Gouverneur schickt Nationalgarde nach Ferguson

Missouris Gouverneur Jay Nixon reagiert auf die Gewalt in Ferguson: Die Nationalgarde soll in der Kleinstadt für Ruhe und Ordnung sorgen. Seitdem ein weißer Polizist den schwarzen Teenager Michael Brown erschoss, gibt es in dem Ort Krawalle.


Ferguson - Um der Lage in Ferguson Herr zu werden, hat Missouris Gouverneur Jay Nixon angeordnet, die Nationalgarde in die Kleinstadt zu schicken. Dort liefern sich seit Tagen Polizei und Demonstranten gewalttätige Auseinandersetzungen. Die Sicherheitskräfte setzten Rauchbomben und Tränengas ein, die Protestierenden warfen Molotowcocktails.

Friedliche Proteste seien durch eine steigende Zahl von Einzelpersonen gestört worden, teilte Nixon mit. Viele davon seien von außerhalb in die Stadt gekommen. Er verurteile Schüsse auf Polizisten, Plünderungen und Versuche, Straßen zu blockieren. "Angesichts dieser bewussten, koordinierten und stärker werdenden Angriffe auf Leben und Eigentum in Ferguson" habe er die Nationalgarde angewiesen, dabei zu helfen, Frieden und Ordnung wiederherzustellen.

Auslöser der Unruhen ist der Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown. Ein weißer Polizist hatte ihn erschossen. Wie eine Obduktion ergab, wurde der 18-Jährige von sechs Kugeln getroffen.

Die Entsendung der Nationalgarde bedeutet eine weitere Zuspitzung der Lage. Die örtliche Polizei war bereits zu Gunsten der Autobahnpolizei entmachtet worden. Dies wurde auch als Versuch gedeutet, die Lage zu beruhigen. Fergusons mehrheitlich schwarze Einwohner waren wütend auf die örtliche Polizei, bei der fast ausschließlich Weiße arbeiten. Viele werteten die tödlichen Schüsse auf Brown als Ausdruck eines institutionellen Rassismus.

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Kleinstadt in Missouri: Nächtliche Krawalle in Ferguson
Die Wut gegen die hochgerüstete Polizei entlud sich in vielen Demonstrationen, schlug aber auch in Gewalt um. In den beiden vergangenen Nächten ignorierten Hunderte Protestierende Ausgangssperren. Polizisten schossen mit Rauchbomben und Tränengas, Demonstranten sollen Molotow-Cocktails geworfen haben.

Polizisten in Kampfmontur hatten Demonstranten aufgefordert, nach Hause zu gehen. Einige befolgten die Anweisung, aber eine Gruppe von etwa hundert Personen blieb stehen. Die Polizei durchbrach von Demonstranten errichtete Straßensperren.

Er habe keine andere Alternative gehabt, als die Intensität der polizeilichen Reaktion zu erhöhen, sagte Polizei-Einsatzleiter Ron Johnson von der Autobahnpolizei. Zwei Personen seien durch die Schüsse verletzt worden. Die Behörden verteidigten sich, man habe nur auf Schüsse, Plünderungen und Vandalismus reagiert.

ulz

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insgesamt 57 Beiträge
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nütztnichts 18.08.2014
1. Ruhe und Ordnung
lassen sich nur herstellen, wenn die Diskriminierung und systematische Ungleichbehandlung aufhören. Sonst bleibt es ein permanentes Problem, das oft unter der Oberfläche brodelt und immer wieder ausbrechen wird. Eigentlich ein schlechtes Vorbild für Freiheit und Demokratie.
schaech 18.08.2014
2.
das nichts mit dem vorfall zu tun...das ist nur das alibi zum plündern und brandschatzen...genau wie in frankreich und england schon zu sehen in den letzten jahren. und immer die gleiche klientel. es wäre angebracht,wenn sich der hass der amerikaner auch endlich mal auf diesen asozialen,schwerstkriminellen mob entlädt. das ist nur anarchie,und dient dem unterwerfen der bevölkerung unter das diktat krimineller banden.
mr.motto 18.08.2014
3. Gewalt ungerechtfertigt
Auch wenn es schlimm ist, was mit den Mann passiert ist, so rechtfertigt es noch lange nicht seinen angestauten Frust so rauszulassen. Es besteht dann die Gefahr, dass ein weiterer Unschuldiges Opfer geben wird. Es soll auf jedenfalls personelle Konsequenzen folgen, auch wenn es nur eine Schönheit OP wäre, mindestens sollte der Polizeichef gehen. Der March nach Washington ist noch lange nicht am Ziel.
Jadama 18.08.2014
4. @nütztnichts
Ach, wirklich? Die USA sind also ein schlechtes Vorbild für Freiheit und Demokratie? Sehr scharfsinnig!
Teekanne 18.08.2014
5.
die usa haben einen seit jahrhunderten gefestigten rassismus. dazu kommt eine militarisierte polizei, die häufig die härtesten methoden anwendet. das beste beispiel hierfür ist das nypd. es ist außerdem sehr putzig, dass das land der besten demokratie, deren ausdrucksformen nicht anerkennt. dann demonstrationen gehören zu einer gefestigten demokratie. ebenso ziviler ungehorsam, um den es sich handelt, wenn die demonstranten gegen die ausgangssperre verstoßen. aber wie überall, england, deutschland, usa, frankreich etc. werden nur über die symptome von protesten, häufig die gewalt, berichtet und nicht über die ursachen. in diesem fall handelt es sich um den rassismus
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