Festival in England: Brennt, Fässer, brennt!

Teer, Fässer und traditionsbewusste Bürger: Mehr braucht es nicht, um in einer englischen Kleinstadt ein äußerst heißes Spektakel zu veranstalten. Die Einwohner brennen geradezu für die Veranstaltung - und gewisse Teilnehmer haben besonders tragende Rollen.

Tradition: Briten mit brennenden Fässern Fotos
Clive Chilvers/ Demotix

Ottery St Mary - Im Spektrum britischer Eigenheiten ragen die Einwohner einer Kleinstadt im Südwesten Englands noch heraus: Jeden November wird Ottery St Mary Ort eines seltsamen Schauspiels. Tausende versammeln sich, um mit Teer getränkte brennende Fässer durch die Straßen zu tragen. "Tar Barrels" nennt sich das Spektakel.

"Wer Ottery St Mary am 5. November besucht, mag es schwierig finden nachzuvollziehen, was die Einwohner dazu bewegt, brennende Teerfässer durch die Straßen zu tragen", heißt es auf der offiziellen Website der Veranstaltung.

Der Ursprung der Tradition ist nicht eindeutig, aber der Website zufolge ist es in der Gegend seit Jahrhunderten üblich, am 5. November mit brennenden Fässern und Fackeln durch die Straßen zu ziehen. "Irgendwann hat jemand entschieden, dass es langweilig ist, die Fässer zu rollen, und das Tragen auf der Schulter viel attraktiver ist." So sei die jetzige Tradition entstanden - und die gebe es nur in Ottery St Mary.

Die Veranstaltung beginnt nachmittags - dann können auch Minderjährige an dem brennenden Vergnügen teilnehmen. Die größeren und schwereren Fässer für Frauen und Männer werden den Veranstaltern zufolge in Pubs und Hotels angezündet und nach einem genauen Plan durch die Stadt getragen, bis das letzte Fass gegen Mitternacht auf dem Marktplatz ankommt.

So lustig und schön das Spektakel auch anzusehen sein mag - für die Behörden ist es vorsichtig formuliert eine Herausforderung. Brennende Fässer in einer Menge feierlustiger und teilweise alkoholisierter Menschen durch die Gegend zu tragen, dient eben nicht gerade der Sicherheit aller Beteiligten.

Die Polizei versuchte sich damit zu behelfen, Tipps zu verbreiten: Anweisungen der Sicherheitskräfte seien zu beachten, kleine Kinder solle man am besten zu Hause lassen. Wer die Hitze der Fässer nicht spüren wolle, solle sich vom Gedränge fernhalten. Und, ganz wichtig: Wenn man kein Träger sei, werde vom Berühren der Fässer dringend abgeraten.

ulz

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