Feuerwehrleute am 11. September: "Selbstlos und ohne Angst"

Obwohl die Lage aussichtslos schien, versuchten die Feuerwehrleute am 11. September bis zur letzten Sekunde Menschen aus den brennenden Türmen des World Trade Center zu retten. Auf einem erst jetzt ausgewerteten Tonband sind die letzten Funksprüche der Retter zu hören.

Knapp 3000 Menschen kamen in den Trümmern des World Trade Center ums Leben
REUTERS

Knapp 3000 Menschen kamen in den Trümmern des World Trade Center ums Leben

New York - Die Auswertung des Tonbands ergab, dass die Feuerwehrleute weit höher in die Türme des World Trade Center gestiegen waren, als bislang angenommen wurde, berichtet die "New York Times" am Sonntag. Im Südturm erreichten mindestens zwei Retter das brennende 78. Geschoss, in das um 9.03 Uhr die entführte Maschine der United Airlines eingeschlagen war.

Knapp 15 Minuten vor dem Einsturz des Südturms funkte Feuerwehrmann Orio Palmer, dass er und sein Kollege Ronald Bucca eine zehnköpfige Gruppe auf den Weg nach unten geschickt hätten. Sie würden versuchen, den Fahrstuhl im 41. Stock zu erreichen, den einzigen, der noch funktionierte.

Bislang war angenommen worden, dass die Einsatzkräfte in beiden Türmen nicht über den 50. Stock hinausgekommen seien, bevor diese zusammenbrachen. Im Südturm wurden die Etagen zwischen dem 78. und 84. Stock bei dem Einschlag zerstört, der Nordturm war um 8.45 Uhr im Bereich des 91. Stocks getroffen worden.

Debbie Palmer, die wie andere Hinterbliebene die 78 Minuten lange Aufnahme inzwischen anhören durfte, zeigte sich angesichts des Dokuments über die letzten Minuten ihres Mannes erleichtert. Das Gehörte habe ihr ein wenig inneren Frieden gegeben. "Ich habe keine Angst gehört, keine Panik", zitierte die "New York Times" die Witwe. "Wenn das Band einmal veröffentlicht wird, wird zu hören sein, dass alle ihren Job ohne Angst machten und selbstlos."

Das Tonband wurde bereits vor Monaten in den Trümmern gefunden, wurde aber erst jetzt abgespielt. Das Band wird möglicherweise als Beweismaterial im Prozess gegen Zacarias Moussaoui eingesetzt, den die US-Regierung als Hintermann der Attentäter betrachtet.

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