Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schottland: Fischer glaubt, ihm sei ein U-Boot ins Netz gegangen

Russisches Atom-U-Boot (Foto von 2009): "Noch nie so etwas erlebt" Zur Großansicht
AP

Russisches Atom-U-Boot (Foto von 2009): "Noch nie so etwas erlebt"

Ein schottischer Fischer berichtet von einem grausigen Erlebnis: Sein Boot sei von einer unsichtbaren Kraft beinahe in die Tiefe gezogen worden. Verfing sich ein Wal in seinem Netz? Der Seemann glaubt an eine andere Erklärung.

Breite Schultern, Bart, ernster Blick: Angus Macleod sieht nicht aus, als könnte ihn so rasch etwas erschüttern. Aber was der schottische Fischer nach eigenen Angaben kürzlich erlebte, macht ihn immer noch ratlos.

Macleod berichtet in britischen Medien von einem unheimlichen Zwischenfall auf See. Zusammen mit vier Kollegen sei der 46-Jährige am Dienstag vergangener Woche auf Fischfang gewesen. Ihr Holzboot, die "Aquarius", habe zehn Meilen vor der schottischen Nordwestküste am Butt of Lewis gelegen. Zwei Netze hatten die Männer ausgeworfen - in der Hoffnung, möglichst viel Schellfisch, Seeteufel und Rochen an Deck zu ziehen.

Doch laut Macleod muss sich etwas Größeres in den Maschen verfangen haben. Plötzlich sei eines der Netze von einer unsichtbaren Kraft vor den Bug des Schiffes gezogen worden. Um nicht weggerissen zu werden, habe er den Motor auf volle Kraft gestellt; eine Viertelstunde sei die "Aquarius" so über die See gepeitscht, ehe das Netz von der Schiffsschraube durchtrennt wurde.

"Ich fahre seit 30 Jahren zur See, zusammen mit meinen vier Kollegen haben wir eine Erfahrung von 110 Jahren - aber so etwas hat noch niemand von uns erlebt", sagt Macleod. Noch ist rätselhaft, was sie da beinahe in die Tiefe gezogen hat. Doch Macleod hat einen Verdacht.

Ein Wal? "Das hatten wir schon"

Hatte sich ein Wal in dem Netz verfangen? Danach sieht es offenbar nicht aus. "Das hatten wir schon mal", sagt der Schotte, "die Netze sind danach völlig verdreht." Das Seeungeheuer von Loch Ness hat wohl ebenfalls keinen Ausflug ins Meer unternommen. "Was auch immer das war: Es wurde von Menschen gesteuert, davon bin ich überzeugt."

Macleod kann sich den Vorfall nur so erklären: Offenbar sei ihm ein U-Boot ins Netz gegangen.

Die britische Marine sieht sich keiner Schuld bewusst. Ihm sei gesagt worden, so Macleod, dass das Verteidigungsministerium keine U-Boote zu der fraglichen Zeit in dem Bereich stationiert gehabt habe. Das bestätigte die Royal Navy auch auf Nachfrage der BBC. Ein Sprecher der Marine wollte sich nicht weiter dazu äußern, teilte jedoch mit, der Vorfall werde untersucht. Man nehme Hinweise ernst, dass sich fremde U-Boote in britischem Hoheitsgewässer befinden könnten.

In den britischen Medien wird nun spekuliert, ob es sich um ein russisches U-Boot handelte.

Die Vorwürfe, dass der Kreml seine Marine vor Schottland kreuzen lässt, sind nicht neu. Bereits im November vergangenen Jahres und im Januar 2015 bat das Verteidigungsministerium um militärische Hilfe der Nato und der USA, weil offenbar ein russisches U-Boot vor der schottischen Küste gesichtet worden sei.

Macleod hofft, dass sich bald eine Antwort auf die Frage findet, was ihm und seiner Crew beinahe in ein nasses Grab beschert hätte. "Das war eine verstörende Erfahrung, wir waren danach ziemlich aufgewühlt", sagt er. Abgesehen von dem Schrecken habe er nun auch mit Kosten zu kämpfen: Bei dem mysteriösen Vorfall habe die "Aquarius" einen Schaden in Höhe 10.000 Pfund davon getragen.

Und außer einem vermeintlichen U-Boot war den Männern an diesem Tag kein Fang ins Netz gegangen.

cst

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ist doch klar,
THINK 22.03.2015
das war kein U-Boot, das war Nessie!
2. really?
umweltfreak 22.03.2015
nun muessen schon Fischerboote herhalten, um den Russen etwas anhaengen zu koennen. Ein joke. Aber, wenn es denn so waere, wuerde das ein Armutszeugnis fuer die Briten abgeben, wenn sie nicht das Eindringen eines fremden U-Bottes in ihre Hoheitsgewaesser bemerkt haetten. Wenn demnaechst russische Brieftauben den Aermelkanal ueberqueren, wird wohl der NATO-Verteidigungsfall ausgerufen. Nur noch peinlich.
3.
1besserwisser1 22.03.2015
Wenn man sich die Sache mal überlegt, wie wahrscheinlich ist es, dass ein U-Boot der russischen Marine im Wert von 300 Millionen US Dollar, atomgetrieben, schwerbewaffnet, beste Ortungsgeräte und auf Feindfahrt, sich in einem Holzkutterfischnetz verfängt?! Lächerlich!? Der Mann braucht Steuermittel für seinen Kutter!
4. So ein Pech...
bluebill 22.03.2015
Statt einem Netz voll Fisch ein U-Boot - das ist wahres Pech! Schnell über Bord damit! Ein U-Boot kann man nicht essen und auch nicht auf dem Wochenmarkt verkaufen. Vielleicht hätte es der lokale Schrotthändler genommen. Oder die Marine, der es ...entschwommen war. -
5.
viadrina0 22.03.2015
Nur noch peinlich ist der Beitrag von umweltfreak, was die Aussagekraft seiner Argumente angeht. Ein Mindestmaß an Intelligenz würde manche Beiträge lesenswert machen
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: