Was die TV-Kameras nicht zeigen Die besten Flitzer der WM

Wenn bei der WM ein Flitzer aufs Spielfeld rennt, wird das im Fernsehen sofort ausgeblendet - halbnackte Bekloppte sind bei der Fifa unerwünscht. Wir zeigen Ihnen die schönsten Platzrunden.

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Rio de Janeiro/Recife - Lachen müssen sie ja doch immer ein bisschen. Als während der Vorrundenpartie Deutschland gegen die USA ein übermütiger Fan mit Bayern-Badetuch auf Philipp Lahm zugaloppiert kam, empfing ihn der deutsche Kapitän mit Handshake und breitem Grinsen. Vergnügt johlte das Publikum im WM-Stadion, dankbar für die Abwechslung im Dauerregen von Recife.

Seit Jahrzehnten sind solche Flitzer-Auftritte Tradition bei großen Sportereignissen, ihre Ursprünge gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Doch während Zuschauer und Athleten die Störer meist mit Fassung tragen, gibt sich die Fifa unentspannt. Halbnackte Bekloppte, die über teuer bezahlte Werbebanden hüpfen und sich auf dem Rasen ein Wettrennen mit den Ordnern liefern, passen eben nicht in die Hochglanz-WM, die der Weltverband vermarkten will.

Entsprechend behandelt die Fifa Flitzer wie alles, was ihr ansonsten stromlinienförmiges Turnier stören könnte: Sie blendet sie aus. Weil die Bildregie sofort auf Trainerbank oder Tribüne umschneidet, wenn jemand aufs Feld rennt, bleiben die heiteren Platzrunden dem Fernsehpublikum vorenthalten.

Dabei gab es während der Vorrunde bereits wunderbare Momente: Etwa, als ein blau-weiß-rot bemalter Jüngling in Shorts die Partie Frankreich gegen die Schweiz sprengte und schließlich in einem gekonnten Wrestling-Manöver zu Boden gebracht wurde. Oder jene Szene beim öffentlichen Training der Portugiesen, als das Sicherheitspersonal einen liebestollen Fan Cristiano Ronaldos aufhielt.

Welche Flitzer-Aktionen Sie in den ersten beiden WM-Wochen sonst noch verpasst haben, erleben Sie in unserer Bildergalerie.

rls



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