Flixbus-Irrfahrt nach Fahrerfehler Von Hannover über Dortmund nach Berlin

Acht Stunden sollte die Reise aus dem Rheinland nach Berlin dauern. Doch ein Flixbus brauchte über 14 - wegen einer abenteuerlichen Route.

Flixbus-Doppeldecker
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Flixbus-Doppeldecker


Für rund 40 Passagiere des Fernbusunternehmens Flixbus hat sich eine Reise aus Nordrhein-Westfalen nach Berlin zu einer Odyssee entwickelt. Ihr Fahrer musste nach mehreren Hundert Kilometern umkehren, weil er mit dem falschen Bus losgefahren war. Die Fahrt, die normalerweise acht Stunden dauert, verlängerte sich dadurch um rund sechseinhalb Stunden, sagte ein Flixbus-Sprecher. Er bestätigte damit vorangegangene Medienberichte.

Der Fahrer war irrtümlich mit einem Doppeldeckerbus in Mönchengladbach losgefahren, statt mit dem vorgesehenen kleineren Bus. Dieser Fehler sei erst aufgefallen, als der Bus bereits in Niedersachsen war, sagte der Sprecher. Weil das Fahrzeug für eine spätere Tour mit deutlich mehr gebuchten Fahrgästen gebraucht wurde, sei er zurückbeordert worden.

Die Passagiere waren fassungslos. "Ich habe das für einen Witz gehalten", sagte Christiane Schinkel aus Berlin. Die Mitreisenden seien ebenso empört gewesen - jedoch ruhig geblieben. Als der Busfahrer sie kurz vor Hannover über das Missgeschick informiert habe, hätten die Passagiere darauf gedrungen, in der niedersächsischen Landeshauptstadt abgesetzt zu werden. "Von dort hätte man nach Berlin gut weiterreisen können", sagte Schinkel.

Stattdessen habe der Fahrer auf einem kleinen Parkplatz gehalten und sei schließlich zurückgefahren - mit allen Passagieren an Bord. "Dort auszusteigen, hätte keinen Sinn gemacht. Da wäre man nicht weggekommen", so die Passagierin nach ihrer Ankunft in Berlin. "Ich fühlte mich meiner Freiheit beraubt."

In Dortmund nahmen die Fahrgäste die Reise dann erneut auf. Dort habe ein Ersatzbus zur Verfügung gestanden, sagte der Flixbus-Sprecher. Für die Fahrgäste sei die Irrfahrt "extrem unangenehm" gewesen. Sie bekämen die Fahrtkosten erstattet und einen Gutschein für eine europaweite Freifahrt.

Den Reisenden scheint das nicht zu reichen: Christiane Schinkel will die Verbraucherzentrale einschalten. Im Bus sei dafür auch eine Unterschriftenliste herumgereicht worden. "Der Knackpunkt ist nicht, dass der Fehler mit dem falschen Bus passiert ist. Man hätte uns aber beispielsweise in Hannover rauslassen müssen."

asa/dpa

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insgesamt 86 Beiträge
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Thorkh@n 15.08.2016
1. Als neuer ...
... Monopolist kann man sich ein solches Verhalten anscheinend leisten. Meine These: Flixbus ist gegenüber den Fahrgästen vertragsbrüchig geworden. Glaube jedenfalls kaum, das etwas über die Duldung von Verspätungen durch verwechselte Busse in den AGB steht.
dibbi 15.08.2016
2. Na und?
Ich bin mal mit Freunden mit Rainbow-Tours von Hamburg nach La Plagne gefahren. Aus den gebuchten 18 Stunden wurden 36. es wurde im Zick-Sack durch die Republik gefahren und Leute vergessen, wieder umgedreht, eingesammelt, in den Alpen verfahren. Trotz vorgeschriebener Schneeketten diese nicht benutzt.
viwaldi 15.08.2016
3. Angst fressen Gehirn auf
Der Fahrer hat wohl nicht nachgedacht. Er hätte alle an einer Raststätte rauslassen können und leer zurückfahren. Gleichzeitig hätte der Ersatzbus ja sofort in Dortmund starten können. Das wäre für alle schneller und billiger gewesen. Menschen und Gepäck zurückzukarren war dämlich und zeigt wie verängstigte Mitarbeiter bei Flixbus arbeiten. Habe auch schon doofe Flixbus Erlebnisse gehabt, aber die Geschichte ist hier krasser.
baerry 15.08.2016
4. Internetaktionismus
Und wenn die Fahrgäste in Hannover am Bahnhof abgesetzt worden wären, dann hätten sich welche beschwert dass sie einfach so rausgeworfen wurden und ein teures bahnticket kaufen mussten. Klar ist das richtig blöd, aber "Freiheit beraubt"? Meine Güte, man kanns auch übertreiben mit dem Drama.
whitewisent 15.08.2016
5. Journalismus?
Wieso sollte man Spiegel.de als Startseite verwenden? Um immer aktuell über das Wichtigste in der Welt informiert zu werden? Platz 9 - der Heiratsantrag für eine chinesische Sportlerin Platz 10 - der Überfall auf einen Sportler in Rio Platz 11 - ein abhanden gekommener Dreijähriger Platz 12 - ein Bus der sich verfahren hat Hat die Welt heute wirklich nichts Wichtigeres gehabt, über das es sich zu berichten gelohnt hätte?
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