Flucht vor Polizei in Miami Beach Graffiti-Künstler stirbt nach Taser-Einsatz

Ein junger Graffiti-Künstler ist in Miami Beach nach einem Taser-Einsatz der Polizei gestorben. Der unbewaffnete 18-Jährige war beim Sprühen überrascht worden und weggerannt. Als die Polizisten ihn einholten, feuerten sie mit dem Elektroschocker.

REUTERS

Miami Beach - Der Tod eines unbewaffneten 18-Jährigen nach einem Polizeieinsatz sorgt in den USA für Diskussionen. Der Graffiti-Künstler Israel Hernández-Llach kam in Miami Beach ums Leben, nachdem Polizisten mit einem Taser auf ihn geschossen hatten.

Nach Behördenangaben überraschten Polizisten den Kolumbianer am Dienstagmorgen in einem Viertel der Stadt im US-Bundesstaat Florida dabei, wie er die Fassade eines verlassenen Fast-Food-Restaurants mit Farbe besprühte. Der junge Mann sei weggerannt und habe nicht auf Rufe der Polizisten reagiert. Als sie ihn erreichten, hätten sie aus einer Elektroschockpistole auf ihn gefeuert. "Die Officers waren zum Taser-Einsatz gezwungen, um einen Unfall zu verhindern", sagte ein Sprecher.

Nach Polizeiangaben habe Hernández-Llach im Arrest Zeichen des Unwohlseins gezeigt. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden und kurz darauf gestorben. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden; die Polizei warte nun auf die amtliche Autopsie zur Todesursache.

Arbeiten auf der "Art Basel" ausgestellt

Wie der "Miami Herald" berichtet, wird der Tod des Mannes inzwischen durch die Stadt Miami Beach sowie durch die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Florida untersucht. Ein an dem Vorfall beteiligter Polizist sei inzwischen beurlaubt worden.

Die Familie wolle jetzt einfach Antworten, sagte eine Schwester des Opfers. Ihrem Anwalt Todd McPharlin zufolge strebt die Familie eine unabhängige Untersuchung des Polizeieinsatzes an.

Freunde von Hernández-Llach sagten, mehrere seiner Graffiti-Arbeiten seien bereits in örtlichen Galerien und Museen ausgestellt worden. Auch auf der Kunstmesse "Art Basel", die jedes Jahr in Miami stattfindet, seien sie zu sehen gewesen.

rls/AFP/AP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 121 Beiträge
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mika42 09.08.2013
1. Kunst oder Sachbeschädigung
Nicht jeder, der fremder Leut Häuserwände mit Farbe besprüht, ist gleich ein Künstler - denke, auch in den Staaten nicht. Selbst wenn dieser "Künstler" schon Teile seiner "Werke" ausgestellt hat, mutet es doch sehr merkwürdg an, dass er bei der Fertigung eines Kunstwerkes durch die Polizei "gestört" wurde und dann wegrennt - war wohl doch eher nur ne Straftat. So sind die Nebenwirkungen eines Tasereinsatzes zwar sehr bedauerlich, jedoch hat er diesen wohl selbst zu verantworten. Denke, dass er um die restriktive Arbeitsweise der Polizei wusste - wäre er also besser mal stehen geblieben und nicht weggerannt. Gleichwohl ist der Tod dieses Menschen natürlich sehr bedauerlich.
devilisinthedetails 09.08.2013
2. Gott...
er wurde ja nicht hinterrücks erschossen. Lediglich mit einem Taser gestoppt! Der Artikel sollte lieber die Anwendung des Tasers als solche in Frage stellen, statt die Arbeit der Polizei. Hoffentlich keine neue Martin Story. Denn schließlich brauch das Recht dem Unrecht nicht zu weichen.
National Security Agency 09.08.2013
3. schlimm das Ergebnis des Einsatzes
und nicht zu rechtfertigen. Der Tod dieses Menschen ist in keinster Weise zu tolerieren (in amerika ist halt vieles anders) Aber jemanden als Kuenstler zu bezeichnen, wenn er den Tatbestand der Sachbeschaedigung erfuellt, ist ueberdenkenswert lieber SPON....
zeyfor 09.08.2013
4. Unglaublich
wieder ein Toter nach Polizei Einsatz. Mich wundert nur das sie nicht gleich los geballert haben. Und vor welchem Unfall wollten sie ihn schützen ? Mehr Info SPON
_derhenne 09.08.2013
5.
Es gibt Graffitikunst. Das dargestellte zählt nicht dazu. Ohne die näheren Umstände zu kennen, können wir hier nicht diskutieren. Den Eltern das Beileid auszusprechen bleibt das einzige.
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