Klage in Florida Taucher wird von AKW eingesaugt

Ein Taucher aus Florida hat einen bizarren Vorfall überlebt: Er wurde im Wasser in das Kühlungsrohr eines AKW gezogen. Nun klagt der Mann gegen die Betreiber.

Das St. Lucie Nuclear Power Plant in Florida
Corbis/ ZUMA Press

Das St. Lucie Nuclear Power Plant in Florida


Im Juli 2015 ging Christopher Le Cun mit Familie und Freunden im Süden Floridas tauchen. Doch aus dem Trip vor der Küste von St. Lucie wurde bald ein Albtraum. Wie Le Cun dem Sender CNN berichtete, wurde er im Wasser in eine riesige Röhre gesaugt.

Demnach tauchte er mit einem Freund nahe einer Boje. Die beiden hatten im Wasser dunkle Schatten entdeckt und wollten sie erkunden. Plötzlich habe er jedoch eine starke Strömung bemerkt. Er sei in die Röhre gesogen worden und habe die Kontrolle über die Situation verloren, sagte Le Cun dem Sender. Er sei heftig durch das Wasser gewirbelt worden. "Ich musste meine Tauchermaske festklammern und habe erst nach 20, 30 Sekunden meine Orientierung wiedergefunden. "

Die Röhre gehört zu dem St. Lucie Atomkraftwerk. 500.000 Gallonen Wasser werden pro Minute durch die fast fünf Meter breite und 400 Meter lange Ansaugleitung zum Kühlen der Reaktoren gezogen.

Vier, vielleicht fünf Minuten sei er durch die Dunkelheit in der Röhre geschleudert worden. Schließlich sei er zusammen mit Dutzenden Fischen in ein Becken auf dem Gelände des AKW ausgespuckt worden. Dort habe ihn ein Mitarbeiter des Atomkraftwerks aufgelesen. Dieser habe ihn gefragt, wie er hineingekommen sei und gesagt, er habe wirklich Glück gehabt: Fünf Minuten später hätte die Belegschaft Feierabend gemacht.

Obwohl sein Tauchabenteuer einen glimpflichen Ausgang nahm, hat Le Cun die Betreiber des AKW nun verklagt. Es habe nahe der Boje keine Warnhinweise gegeben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe von sich. Le Cun sei willentlich in die Röhre eingedrungen. Es gebe eine Vorrichtung, eine Arte Kappe, die Objekte aller Art abwehren soll. Le Cun hält dagegen, dass die Vorrichtung "nicht dafür gemacht ist, irgendetwas und irgendjemanden fernzuhalten".

Offenbar ist dies nicht der erste Fall, bei dem ein Taucher in die Röhre des Kraftwerks gezogen wird. 1989 war ein 45-Jähriger nach eigenen Angaben in eine ähnliche Situation wie Le Cun geraten, wie United Press International berichtete.

Egal wie die gerichtliche Auseinandersetzung ausgeht - Le Cun will erst einmal nicht mehr tauchen. "Ich will es wirklich nicht aufgeben, aber ich war seither einmal im Wasser und habe das nicht genossen."

gam

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