Wettkampf in Amsterdam: Flossen hoch

Wenn der Meeresspiegel steigt, wird aus Holland ein Taucherparadies. Bereitet sich in Amsterdam die Jugend des Landes deshalb schon mal auf den Ernstfall vor? Beim "National Flipper Race" watschelten Flossenmädchen und -jungs um die Wette.

Amsterdam: Watscheln zum Sieg Fotos
DPA

Amsterdam - Warum machen sich Menschen freiwillig zum Affen? Und was sagt es aus über die Jugend eines Landes, wenn sie mit gelben Taucherflossen und im Bikini bei 13 Grad um die Wette über einen Platz watschelt?

Es wäre leicht, die jungen Holländerinnen und Holländer auszulachen, die beim "National Flipper Race" über einen Platz in Amsterdam rannten, tollpatschig, ungelenk, immer kurz davor, halbnackt aufs Pflaster zu stürzen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall.

Vielleicht jubelten die Zuschauer in der niederländischen Hauptstadt den jungen Leuten zu, weil sie die künftige Generation bei einer besonderen Katastrophenschutzübung beobachten konnten. Wenn der Meeresspiegel auf der Welt weiter steigt, wird aus Holland in naher Zukunft ein gigantisches Taucherparadies - und immerhin die Teilnehmer des "National Flipper Race" wären dann schon mal vorbereitet.

Böse Zungen behaupten nun, es ginge bei dem Watschelrennen überhaupt nicht ums Überleben in einem überfluteten Land. Die Zuschauer wollten nur halbnackten Jungs und Mädchen beim Watscheln zusehen und die Watschler einen Tag blaumachen und neue Leute kennenlernen und nach dem Watscheln auf ein Bier gehen und nach dem Bier noch nach Hause zu den neuen Watschelfreunden. Sollte sich diese These bewahrheiten - was würde sie aussagen über die Jugend eines Landes?

jbr/dpa

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