Flucht vor Tigern Indonesier harren tagelang auf Bäumen aus

Vier Tage lang haben fünf Männer in Baumwipfeln auf der indonesischen Insel Sumatra ausgeharrt - unten warteten hungrige Tiger. Für einen Mann kam die Rettung zu spät.


Jakarta - Auf der Flucht vor wütenden Tigern hat eine Gruppe von Indonesiern vier Tage in einer Baumkrone verbracht. Die fünf Männer wurden von rund 30 Polizisten, Soldaten und Tigerbändigern gerettet.

Die Männer waren Polizeiangaben zufolge am Donnerstag im Norden der Insel Sumatra unterwegs, um eine seltene Holzart zu suchen, die bei der Herstellung von Parfüm verwendet wird. In einer ihrer Antilopenfallen wurde ein Tigerbaby getötet - die ausgewachsenen Tiere attackierten daraufhin die Gruppe. Einer der Männer starb, die anderen flüchteten auf den Baum - und saßen dort in der Falle.

Das Gebiet sei eine Tigerhochburg, sagte der Polizeibeamte Dicky Sondani. "Dort hinzugehen ist, wie Ärger zu suchen." Die geretteten Männer seien dehydriert, hungrig und "sehr ängstlich".

Auf Sumatra leben nach Schätzungen von Tierschützern rund 400 Tiger in freier Wildbahn. Wegen Abholzungen verlieren die Tiere ihren Lebensraum. Gewöhnlich greifen sie nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.

aar/dpa/AFP

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
barlog 08.07.2013
1.
Flucht vor Tigern in freier Wildbahn - schön, daß es so etwas noch gibt !
jodohnern 08.07.2013
2.
"wenn sie sich bedroht fühlen" Oder wenn sie Hunger haben. Oder ihre Jungen verteidigen wollen. Ein Tiger hat eigentlich keine natürlichen Feinde, die ihn bedrohen.
Professor Moriarty 08.07.2013
3. Sind diese Tiger zu faul zum Klettern?
Oder können indonesische Tiger nicht klettern?
spon_1804815 08.07.2013
4. Antilopenfallen?
Ich dachte Sie suchen Holz? Wozu braucht man da Antilopenfallen? Um den Tigern das Essen wegzufangen? Oder geht es da vielleicht um teure Tigerfelle?
ladidel 08.07.2013
5.
Ich möchte kurz korrigierend eingreifen. a) Nur weil ein Tiger keine natürlichen Feinde hat, so kann er sich dennoch einer Bedrohungssituation gegenüber fühlen. Denn Tigerjunge werden durchaus gerissen - so z.B. von Leoparden oder Braunbären, die ebenfalls mitunter als Feind junger Tiger auftreten. b) Was hat Hunger mit den nicht vorhandenen natürlichen Feinden zu tun? c) Den "indonesischen Tiger" gibt so nicht. Da werden gerade Begriffe durcheinander geworfen. Der in diesem Artikel beschriebene Tiger ist der "Sumatra-Tiger" (Panthera tigris sumatrae). In Indonesien (einem Inselstaat) kamen noch der Java-Tiger auf der Insel Java (Panthera tigris sondaica) vor (trotz einiger Sichtungen gilt dieser als ausgestorben) und der Balinesische Tiger (Panthera tigris balica), der ebenfalls ausgestorben ist. Nicht zu verwechseln sind diese Unterarten mit "Panthera tigris corbetti", dem "Indochinesischen Tiger".
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.