Vor Libyen Mehr als 200 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Um von Afrika nach Europa zu kommen, riskieren Flüchtlinge auf dem Mittelmeer weiterhin ihr Leben: Allein in den vergangenen Tagen sind laut Uno-Angaben mehr als 200 Menschen ertrunken.

Flüchtlinge in Holzboot (Symbolbild)
DPA

Flüchtlinge in Holzboot (Symbolbild)


Vor der Küste Libyens sind nach Informationen des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in den vergangenen Tagen etwa 220 Menschen ums Leben gekommen. "Das ist eine konservative Schätzung", sagte UNHCR-Sprecher William Spindler. Retter hätten die Zahlen nach Angaben von Überlebenden von mehreren Unglücken zusammengetragen. Mehrere Leichen seien geborgen worden.

Spindler zufolge war unter anderem am Dienstag ein Holzboot gesunken. Schätzungen zufolge seien 100 Menschen an Bord gewesen, aber nur fünf hätten überlebt. Die libysche Küstenwache habe sie gerettet. Am selben Tag sei ein Gummiboot mit 130 Menschen an Bord gesunken. Fischer hätten nur 60 der Bootsinsassen retten können. Am 20. Juni hätten andernorts auf See gerettete Flüchtlinge und Migranten von 50 Mitreisenden berichtet, die ertrunken seien.

Die libysche Küstenwache berichtete, sie habe innerhalb eines Tages 680 Flüchtlinge im Mittelmeer aufgenommen. Am Donnerstagabend seien vor der Küste zwei Boote mit insgesamt 237 Menschen an Bord abgefangen worden. Dabei habe es sich um Afrikaner gehandelt, die meisten von ihnen Sudanesen.

Zuvor waren den Angaben zufolge an verschiedenen Stellen vor der libyschen Westküste mehr als 440 Flüchtlinge aufgenommen worden. Es seien auch drei Leichen geborgen worden, hieß es. Der libysche Rote Halbmond teilte mit, er habe 20 Leichen geborgen, von denen einige an der Küste angespült worden seien. Dabei handele es sich wahrscheinlich um Flüchtlinge. Unklar ist, ob die Toten zu den 220 Ertrunkenen gehörten, von denen das Uno-Flüchtlingshilfswerks berichtete.

Libyen ist der wichtigste Ausgangspunkt für Migranten aus den Ländern südlich der Sahara, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

fok/dpa



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