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Schiffsunglück im Mittelmeer: Erneut Hunderte tote Flüchtlinge befürchtet

Schiff der italienischen Küstenwache: Bis zu 700 Tote befürchtet Zur Großansicht
DPA

Schiff der italienischen Küstenwache: Bis zu 700 Tote befürchtet

Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer könnten erneut Hunderte Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Ihr Boot kenterte in der Nacht zu Sonntag vor der libyschen Küste. An Bord sollen bis zu 700 Menschen gewesen sein.

Ein Flüchtlingsboot ist auf dem Weg von Libyen nach Italien gekentert. An Bord waren offenbar rund 700 Menschen. 28 Menschen konnten von einem Handelsschiff gerettet werden, Hunderte werden aber vermisst. Mehrere Leichen sollen bereits geborgen worden sein.

Das Unglück geschah nicht weit entfernt von der libyschen Küste, rund 200 Kilometer entfernt von der italienischen Insel Lampedusa.

Die italienische Küstenwache teilte der BBC mit, auf dem Schiff hätten sich "500 bis 700 Migranten" befunden. Mehrere Schiffe seien an der Rettungsaktion beteiligt. "Im Moment müssen wir befürchten, dass dies eine Tragödie von gewaltigem Ausmaß ist", sagte Carlotta Sami, Sprecherin des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) dem italienischen Sender SkyTG24.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatten die Migranten einen Hilferuf abgesetzt, woraufhin ein portugiesischer Frachter sich auf den Weg machte. Als sich dieser näherte, eilten viele Migranten zu einer Seite des Schiffes, um die Retter zu erreichen. Daraufhin kenterte das etwa 30 Meter lange Boot. Über die Herkunft der Menschen an Bord war zunächst nichts bekannt.

Nach bisheriger Schätzung waren in diesem Jahr 900 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Allein am vergangenen Sonntag sind möglicherweise rund 400 Menschen ums Leben gekommen, als ein Boot auf dem Weg von Libyen nach Italien kenterte. Sollte sich die Opferzahl von rund 700 Toten bewahrheiten, wäre das Unglück von Samstagnacht die bisher größte Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer.

2014 zählten die Behörden 3500 Tote, und weiterhin stranden Woche für Woche Tausende Flüchtlinge an Italiens Küsten. Allein in der vergangenen Woche hatten Italiens Küstenwache und die Marine etwa 11.000 Migranten im Mittelmeer gerettet.

Papst Franziskus hatte am Samstag mehr Unterstützung für Italien gefordert. "Es ist offenkundig, dass das Ausmaß des Phänomens eine viel größere Beteiligung erfordert", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche nach einem Treffen mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella. Lokalpolitiker und die Regierung in Rom klagen, sie würden mit dem Problem alleingelassen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Flüchtlinge, Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD), sagte zu den Berichten über ein neues Flüchtlingsunglück im Mittelmeer: "Dass wieder so viele Menschen auf dem Weg nach Europa ihr Leben verloren haben, ist ein Armutszeugnis für uns alle." Es sei zu befürchten, dass mit den wärmeren Temperaturen in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr Schutzsuchende über das Meer kommen würden. "Deshalb müssen wir endlich die Seenotrettung wieder auflegen. Es war eine Illusion zu glauben, dass die Einstellung von Mare Nostrum Verzweifelte davon abhalten wird, die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer zu wagen."

bim/dpa/AFP/Reuters

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Bevölkerung: 60,796 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt:
Sergio Mattarella

Regierungschef: Matteo Renzi

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