Angeblicher Angriff auf Flüchtlingsboot Libysche Marine bestreitet Vorwurf von Sea-Watch

Hat die libysche Marine Flüchtlinge während einer Rettungsaktion angegriffen? Ein Sprecher weist den Vorwurf der Hilfsorganisation Sea-Watch zurück.

Flüchtlingsboot im Mittelmeer
DPA/IRISH DEFENCE FORCES

Flüchtlingsboot im Mittelmeer


Die libysche Marine hat Vorwürfe der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch zurückgewiesen, ein Flüchtlingsboot angegriffen und den Tod mehrerer Menschen verursacht zu haben. Soldaten einer Patrouille seien am Freitag an Bord eines Hilfsschiffs gegangen, um zu überprüfen, weshalb sich das Schiff in libyschen Hoheitsgewässern aufhielt, sagte ein Sprecher der Marine der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Besatzung gibt vor, dass wir sie angegriffen haben und es mehrere Tote gab. Aber das stimmt nicht, und wir fordern sie auf, Beweise für diesen Zwischenfall vorzulegen."

Sea-Watch hatte am Freitag mitgeteilt, dass die libysche Küstenwache während einer Rettungsaktion ein Flüchtlingsschlauchboot mit etwa 150 Menschen an Bord geentert und die Insassen mit Knüppeln geschlagen habe. An Bord des Flüchtlingsboots sei Panik ausgebrochen, mindestens vier Menschen seien gestorben.

Sea-Watch bestreitet, dass man sich auf libyschem Hoheitsgebiet befunden habe. Der Vorfall habe sich knapp 26 Kilometer vor der libyschen Küste ereignet, als die Helfer den Menschen in dem Flüchtlingsboot gerade Schwimmwesten und Medikamente hätten aushändigen wollen. Die beiden Boote der Helfer seien auf aggressive Art und Weise besetzt worden.

hut/Reuters

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