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Flüchtlingsdrama in Rom: Polizei entdeckt 24 afghanische Kinder in Kanalisation

Fünf Tage in unterirdischen Gängen: Römische Polizisten haben 24 afghanische Kinder im Kanalsystem der italienischen Hauptstadt gefunden. Schlepperbanden hatten sie vermutlich nach Italien gebracht. Bürgermeister Alemanno spricht von einer Schande für die Stadt.

Rom - Erschütterndes Flüchtlingsdrama in Italien: Polizeibeamte haben 24 Flüchtlingskinder aus Afghanistan in der Kanalisation von Rom entdeckt, wie italienische Zeitungen am Samstag berichteten. Nach Angaben der Sozialdienste, die sich nun um die Kinder kümmern, wurden die 10 bis 15 Jahre alten Kinder von Schlepperbanden nach Italien gebracht.

Afghanische Flüchtlingskinder spielen Fußball in Marriabad, Pakistan: Jetzt wurden 24 Kinder von Banden nach Italien verschleppt
AP

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Die Minderjährigen wurden im Kanalsystem und in den unterirdischen Gängen am Bahnhof Ostiense aufgespürt, einem der drei großen Bahnhöfe der italienischen Hauptstadt. Dort hatten sie nach Angaben von Sozialarbeitern bereits fünf Tage verbracht, als sie entdeckt wurden. Einige von ihren waren körperlich deutlich geschwächt. Der Zeitung "La Repubblica" zufolge schliefen die Kinder unter Pappen und schmutzigen Tüchern in ihrem Versteck. Vermutlich seien sie über die Türkei und Griechenland nach Italien gekommen.

Der Chef der römischen Bahnpolizei, Carlo Casini, äußerte sich am Sonntag schockiert über das Schicksal der Minderjährigen. Diese Kinder hätten vermutlich Fürchterliches mitgemacht, bis sie nach Italien kamen, sagte Casini, der die Sozialdienste alarmiert hatte. Keines der Kinder spricht Italienisch, keines konnte genau sagen, woher es kam oder konnte auch nur sein genaues Alter angeben, wie Sozialarbeiter berichteten.

Die Bahnpolizei entdeckte bei einem Sondereinsatz an dem Bahnhof außer den Minderjährigen auch fast hundert weitere illegale Einwanderer aus verschiedenen Nationen. Nach einem Bericht des italienischen Fernsehsenders Sat 2000 hatte sich unter den Flüchtlingen eine regelrechte Hierarchie entwickelt. Demnach waren Indern und Pakistanern die sichersten Schlafplätze vorbehalten, Iraner oder Afghanen hingegen hätten bis ins Kanalisationssystem vordringen müssen, um einen ruhigen Platz für die Nacht zu finden.

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno sagte in einem Fernsehinterview, der Vorfall sei eine Schande für die Stadt. "Die Zahl minderjähriger Afghanen steigt in Rom ständig an", sagte Valerio Neri von der Hilfsorganisation "Save the Children" in Italien. 2004 seien in Rom 32 Kinder und Jugendliche aus Afghanistan entdeckt worden, 2007 bereits 264.

hei/AFP

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