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Malaysias Regierungschef bestätigt: Angespültes Wrackteil stammt von Flug MH370

Die Untersuchungen der Experten lassen keinen Zweifel: Das auf La Réunion entdeckte Wrackteil stammt von Flug MH370. Das bestätigte Malaysias Premierminister. Er hofft, dass diese Gewissheit eine Hilfe für die Angehörigen der Opfer ist.

"Heute, 515 Tage nach dem Verschwinden des Flugzeugs, ist es meine schwere Pflicht, Ihnen zu bestätigen, dass das auf La Réunion gefundene Flugzeugteil in der Tat von Flug MH370 stammt." Mit diesen Worten wandte sich Malaysias Ministerpräsident Najib Razak in einer Fernsehansprache an die Öffentlichkeit.

Die Untersuchung des Wrackteils durch Experten in Toulouse hatte die Gewissheit erbracht: Die vergangene Woche entdeckte Flügelklappe stammt von der Unglücksmaschine, die im März 2014 spurlos verschwand.

"Die Last und Unsicherheit, der die Familien seit dem Absturz ausgesetzt waren, ist unbeschreiblich", sagte Razak. Er hoffe, dass diese Bestätigung, so tragisch und schmerzhaft sie ist, den Angehörigen und Familien der 239 Menschen an Bord von MH370 zumindest Gewissheit gebe. "Ihnen gelten unser Beileid und unsere Gebete."

Das Ergebnis der Untersuchung kommt nicht überraschend. Schon vor der Prüfung hatten mehrere Umstände dafür gesprochen, dass es sich um ein Wrackteil der Unglücksmaschine handelt: Die Flügelklappe war als Teil einer Boeing 777 identifiziert worden. Die einzige Maschine dieses Typs, die in der Region vermisst wird, ist die Maschine von Malaysia-Airlines. Eine Untersuchung der Strömungen zeigte zudem, dass Wrackteile aus dem Gebiet, wo der Absturz vermutet wird, tatsächlich nach La Réunion gedriftet sein könnten.

Experten am Luftfahrt-Technikzentrum der Rüstungsabteilung des französischen Verteidigungsministeriums (DGA TA) in Toulouse hatten das etwa zwei Quadratmeter große Flügelteil untersucht, unter anderem mit einem Raster-Elektronen-Mikroskop, das eine 100.000-fache Vergrößerung von Bruchstellen erlaubt.

Das Flugzeug war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. An Bord waren 239 Menschen. Satellitensignale legen nahe, dass die Maschine noch sieben Stunden Richtung Süden flog und abstürzte. Die Ursache für den plötzlichen Kurswechsel ist bis heute ein Rätsel - ebenso der Verbleib der Maschine.

Nun stellen sich neue Fragen: Welche Erkenntnisse lassen sich aus dem Wrackteil über den Verlauf des Fluges ableiten? Gibt es Anhaftungen wie Muscheln, die möglicherweise Hinweise auf den Absturzort geben könnten?

Der Absturz von Flug MH370 war eines von gleich zwei verheerenden Flugzeugunglücken der Fluggesellschaft Malaysia Airlines im Jahr 2014. Nur wenige Monate nach dem Verschwinden von MH370 wurde Flug MH17 über der Ukraine abgeschossen, 298 Menschen starben. Das Image der Airline ist seither schwer beschädigt: Der Firmenname hatte zuletzt Kunden abgeschreckt,weshalb die Fluglinie im Juni eine Umbenennung in Erwägung zog.

Im Video: Dieser Mann fand das Wrackteil

REUTERS

ulz/apr/AFP/AP/Reuters/dpa

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