Abtransport aus der Ukraine Lkw bringen MH17-Trümmer in die Niederlande

Es ist so weit: Die Trümmerteile von Flug MH17 werden mit Lastwagen aus der Ukraine in die Niederlande abtransportiert. Vermutlich rollen die Konvois auch durch Deutschland.

Von der Schiene auf die Straße: Polizisten bewachen den Güterzug mit Trümmern von Flug MH17 in Charkiw
DPA

Von der Schiene auf die Straße: Polizisten bewachen den Güterzug mit Trümmern von Flug MH17 in Charkiw


Den Haag/Charkiw - Die Wrackteile der über der Ukraine abgeschossenen Boeing 777 werden per Lastwagen in die Niederlande gebracht. Das gab der niederländische Sicherheitsrat OVV bekannt, der die Ermittlungen zur Absturzursache koordiniert.

Demnach sollen die an der Absturzstelle geborgenen Trümmer noch in dieser Woche in mehreren Lkw-Konvois abtransportiert werden. Bereits am Montag werden die ersten Lastwagen in Charkiw beladen. Ziel der Fahrt ist die Luftwaffenbasis Gilze-Rijen bei Tilburg. Dort soll die Passagiermaschine zum Teil rekonstruiert werden.

Wenn die Konvois nicht einen riesigen Umweg fahren, werden sie auf ihrem Weg von der Ukraine in die Niederlande auch durch Deutschland rollen. OVV-Sprecher Wim van der Weegen wollte dies auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE weder bestätigen noch dementieren. Die Route stehe zwar fest, man wisse jedoch noch nicht, ob sie im Vorfeld bekannt gegeben werde.

Anfang nächster Woche soll der erste Konvoi mit Trümmerteilen auf der Luftwaffenbasis eintreffen.

Güterwaggon mit Trümmern der abgeschossenen Boeing 777 (in Charkiw)
AFP

Güterwaggon mit Trümmern der abgeschossenen Boeing 777 (in Charkiw)

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli über der Ostukraine auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die internationale Ermittlergruppe unter Führung der Niederlande konnte bis heute keine eindeutigen Erkenntnisse über die Umstände der Flugkatastrophe liefern.

Nachdem die internationalen Ermittler lange keinen Zugang zur Absturzstelle hatten, begann die Bergung der Wrackteile am 16. November. Zwölf Eisenbahnwaggons mit Trümmerteilen wurden nach Abschluss der Arbeiten nach Charkiw gebracht.

rls



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
missbrauchtewähler 01.12.2014
1. Endlich wir die Berichterstattung neutraler
ohne die wertende Floskel "wurde mutmasslich von russischen Seperatisten abgeschossen". Je näher die Sache der Wahrheit kommt, desto vorsichtiger werden die Kommentare. Der Schaden bei der Informationsglaubwürdigkeit der Medien ist dennoch enorm und vor allem: nachhaltig.
learjet35 01.12.2014
2. Keine Zweifel?
Wie kann man hier bitte öffentlich schreiben, es gäbe jawohl "keinerlei Zweifel" mehr, wer es war? Es sind bislang keinerlei Beweise öffentlich geworden, die die Täterschaft belegen. Falls Sie, Butternut, diese zufällig doch haben, bitte ich um öffentliche Verbreitung.
sunhaq 01.12.2014
3.
Zitat von learjet35Wie kann man hier bitte öffentlich schreiben, es gäbe jawohl "keinerlei Zweifel" mehr, wer es war? Es sind bislang keinerlei Beweise öffentlich geworden, die die Täterschaft belegen. Falls Sie, Butternut, diese zufällig doch haben, bitte ich um öffentliche Verbreitung.
Es gibt keine eindeutigen Beweise, nur unzählige Hinweise, dass die russischen Neonazis/Ultranationalisten, die zusammen mit den "urlaubenden" russischen Soldaten eine Militärdiktatur in der Ostukraine errichtet haben, für den Abschuss verantwortlich sind. So gibt es Bildbelege für die BUK beim Transport und vor und nach dem Abschuss. Dazu kommt, dass die Separatisten sich auf unzähligen Kanälen mit dem Abschuss gebrüstet haben, bis man dort begriffen hat, was für schlechte Presse ein solches Verbrechen gibt. Alternative Theorien, wie sie von der russischen Staatspresse lanciert werden, um abzulenken, haben sich in der Regel schnell als wirklich schlechte Fälschungen und bizarre Verschwörungstheorien erwiesen. Eindeutigkeit gibt es also nicht, sondern nur sehr starke Hinweise.
ulrich-lr. 01.12.2014
4. Endlich Feuerstopp
Indirekt heißt das auch: Die ukrainische Arme hat aufgehört, dass Absturzgebiet zu beschießen. Denn der Beschuss durch die Ukrainer war es, der bisher das Einsammlen und den Abtransport behinderte. Welches Interese hatte die ukrainische Regierung bzw. die Armeeführung, die nicht immer auf die Regierung hört, den Abtransport so lange hinauszuzögern?
kilroy-was-here 01.12.2014
5.
Keine Überraschung. sollte sich herausstellen, dass es uktainisches Militär war. Ja natürlich, stellt die Täter vor ein internationales Gericht!
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