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Flug MH370: Neue Hinweise auf stundenlangen Boeing-Geisterflug

REUTERS

Sendete die vermisste Malaysia-Airlines-Maschine noch stundenlang Signale, nachdem sie von den Radarschirmen verschwunden war? Noch am Donnerstag dementierten malaysische Behörden einen entsprechenden Zeitungsbericht - doch nun legen US-Medien nach.

Peking/Kuala Lumpur - Ungeachtet eines Dementis aus Malaysia haben das "Wall Street Journal" sowie die Nachrichtenagentur AP mit neuen Einzelheiten über einen angeblich viel längeren Flug der verschollenen Malaysia-Airlines-Maschine nachgelegt. Demnach erhielten Satelliten noch Stunden nach dem Verschwinden der Boeing 777-200 Signale aus dem Flugzeug.

AP beruft sich bei seinem Bericht auf einen nicht näher genannten Vertreter der US-Behörden; das "Wall Street Journal" dagegen auf eine ganze Gruppe von angeblich mit der Materie vertrauten Personen. Darunter sollen Vertreter des Militärs und der Luftfahrtindustrie sein.

Dem Blatt zufolge sendete die Maschine noch fünf Stunden nach ihrem Verschwinden vom Radar regelmäßig ihre aktuelle Position, Höhe und Geschwindigkeit an Kommunikationssatelliten des britischen Unternehmens Inmarsat. Das letzte dieser Datenpakete habe die Boeing über dem offenen Meer und auf der üblichen Reiseflughöhe verschickt. Warum die Kommunikation abbrach, sei unklar. Ein Vertreter der Luftfahrtindustrie halte es für möglich, dass das dafür notwendige System an Bord abgeschaltet wurde.

Theorien auf den Kopf gestellt

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Verschwundene Boeing: Erfolglose Suche nach Flug MH370
Sollte es tatsächlich Signale aus dem verschollenen Flugzeug gegeben haben, würde das die bisherigen Theorien zum Verbleib der Maschine auf den Kopf stellen. Die Boeing 777-200 wäre in diesem Fall noch stundenlang intakt und in der Luft gewesen. Laut "Wall Street Journal" hätte sie in dieser Zeit rund 4000 Kilometer weit fliegen können.

US-Ermittler untersuchen dem Blatt zufolge jetzt, ob sie den Übertragungen die letzte Position des Flugzeugs entnehmen können. Demnach halten sie es neben einem Absturz für denkbar, dass die Boeing in den fraglichen Stunden an einem bislang unbekannten Ort gelandet ist.

Unterdessen verbreitet die Nachrichtenagentur AP eine ähnliche, wenn auch vorsichtigere Darstellung der Dinge. Demnach habe die Boeing in den Stunden nach ihrem Verschwinden zwar versucht, über sogenannte Pings Kontakt mit den Kommunikationssatelliten aufzunehmen, dabei aber keine Flugdaten gesendet.

Automatische Pings an Satelliten

Grundlage sei dabei ein Satellitenservice, den Flugzeugbauer Boeing anbiete und der während des Fluges fortlaufend technische Daten aus der Maschine empfange. Malaysia Airlines sei nicht Kunde dieses Dienstes, trotzdem sei die Maschine technisch in der Lage, mit den Satelliten zu kommunizieren. Deshalb sende sie automatisch die besagten Pings.

Dem Behördenvertreter zufolge hatte die Boeing 777-200 bei ihrem Verschwinden noch genug Treibstoff für vier weitere Stunden in der Luft. Von Boeing gab es dazu laut AP keinen Kommentar.

Bereits am Donnerstag hatte das "Wall Street Journal" gemeldet, ein System, das die Turbinen der Maschine während des Fluges überwache, habe noch Stunden nach dem Verschwinden vom Radarschirm Daten gesammelt und versendet. Malaysias Transport- und Verteidigungsminister Hishammuddin Hussein dementierte den Bericht.

"Wir können nichts ausschließen"

Der AP sagte Hishammuddin jetzt allerdings, er halte es "natürlich" für möglich, dass das Flugzeug noch für mehrere Stunden in der Luft gewesen sei. "Wir können nichts ausschließen. Deshalb haben wir unsere Suchaktion ausgeweitet."

Tatsächlich wird das verschwundene Flugzeug inzwischen auch westlich der bisher vermuteten Absturzstelle in der Andamanensee im Indischen Ozean gesucht. Indien habe drei Schiffe und drei Fluggeräte in die Region geschickt, sagte ein Regierungsbeamter in Neu-Delhi. CNN berichtete zudem, dass auch ein US-Zerstörer vom Südchinesischen Meer in den Indischen Ozean geschickt wurde.

"Aufgrund neuer Informationen ist es möglich, dass wir uns an der Suche in einem weiteren Gebiet beteiligen", sagte ein US-Regierungssprecher. Dabei gehe es um ein Areal im Indischen Ozean. Um welche Informationen es sich handelt, sagte er nicht.

Unterdessen meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, Forscher aus China hätten ein "Ereignis" am Meeresboden gemessen und dies als eine mögliche Spur zu der verschollenen Boeing gewertet. Eineinhalb Stunden nachdem der Kontakt zu Flug MH370 abgebrochen war, registrierten Seismologen und Physiker demnach die Besonderheit auf dem Meeresboden zwischen Malaysia und Vietnam. Den Wissenschaftlern zufolge könnte das "Ereignis" von einem ins Meer gestürzten Flugzeug ausgelöst worden sein.

rls/AP/dpa

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1.
sucram31 14.03.2014
Es wird immer offensichtlicher, dass die malaysischen Behörden hier chaotisch arbeiten und die Sache nicht im Griff haben. Dennoch bleibe ich bei meiner Vermutung, dass es mit einem Druckabfall durch eine Beschädigung (durch Korrision?) der Außenhülle gekommen ist, das zum Bewusstseinsverlust der Crew geführt hat. Durch die Beschädigung ist die Kommunikation abgebrochen, die 777 fliegt per Autopilot noch mehrere Stunden und stürzt ins Meer! Vielleicht haben die Piloten das Unglück kommen sehen und haben deshalb noch gewendet. Aber die Ohnmacht kam zu schnell, sodass keine Zeit blieb, die Masken aufzusetzen.
2. Datenpakete ohne Positionsangaben?
lotharlurup 14.03.2014
Wenn ich das hier richtig verstehe, senden die Triebwerke Datenpakete, aber scheinbar ohne gleichzeitig Positionsdaten zu senden? Das verstehe ich nicht! Dies wären doch jetzt sehr hilfreiche Informationen...
3. Die Maschine wurde entfünrt...
kilroy-was-here 14.03.2014
von Außerirdischen, die Probleme mit ihrem Worp Antrieb hatten und auf Ersatzteiljagt waren. Die Maschine soll angeblich Ersatzteile von Boeing ab Bord gehabt haben. Doch durch einen Modelwechsel sollen die nicht gepasst haben. Jetzt will Boeing gemeinsam mit der NASA auf der Area 51 nachforschen um welches Antriebsmodell es sich handeln könnte. Sobald die Ersatzlieferung eintrifft wird die Maschine am Radar wieder erscheinen. Es gibt noch Probleme mit einer Datumsverschiebung, aber daran wird gemeinsam mit der NSA gearbeitet. Ist mehr ein Software Problem. Daher wird auch eine temporäre Rückkehr von Edward Snowden erwogen. Vor allem um zu verhindern, dass er bei den Außerirdischen um Asyl ansucht. Ich für meinen Teil drücke beide Daumen, dass die nächste Ersatzteillieferung passen wird. Danke Spon, dass Sie auch diese Möglichkeit veröffentlichen, auch wenn Sie diese für nicht sehr wahrscheinlich halten. Was ich vermute... Danke!
4. Nach 5 Stunden über dem offenen Meer?
stonemoma 14.03.2014
Also wenn ich mir die Karte ansehe und mir überlege, daß der Flug etwas über 6 Stunden dauert kann ich mir nicht vorstellen, daß die Maschine beim geplanten Kurs nach 5 oder 5,5 Stunden irgendwo über dem Meer sein konnte. Also wenn die Satelliten Kurs, Höhe und Geschwindigkeit aufgezeichnet haben sollte es ja nicht allzu schwierig sein zumindest zu sagen wo ungefähr die Maschine hin geflogen ist.
5.
cevauel 14.03.2014
Jetzt kann nur noch James Bond helfen!
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