Verschollene Passagiermaschine Rettungskräfte suchen im Meer vor Vietnam nach Flug MH370

Das Schicksal einer Maschine der Fluggesellschaft Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist ungewiss. Laut vietnamesischer Marine und Rettungskräften ist das Flugzeug ins Meer gestürzt. Regierungsvertreter aus Vietnam und Malaysia dementieren allerdings entsprechende Berichte.


Hanoi - Wo ist Flug MH370? An Bord der verschollenen Maschine der Fluglinie Malaysia Air waren insgesamt 239 Menschen - 227 Passagiere und zwölf Mitglieder der Crew. "Die Maschine ist abgestürzt, sie gilt nicht als vermisst", sagte der Sprecher der nationalen vietnamesischen Rettungskräfte, Generalleutnant Pham Hoai Giang, der Zeitung "VTC News".

Das Flugzeug sei knapp 250 Kilometer von der vietnamesischen Insel Tho Chu entfernt ins Meer gestürzt, zitierte die Nachrichtenseite Tuoi Tre News den vietnamesischen Admiral Ngo Van Phat. Später bestritt er, von einem Absturz gesprochen zu haben.

"Momentan sind keine Schiffe der vietnamesischen Marine in dem Gebiet", sagte der Admiral. Man müsse Schiffe von der Insel Phu Quoc darum bitten, sich für eine Rettungsaktion bereit zu machen. Tho Chu und Phu Quoc liegen südwestlich von Südvietnam.

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Verschollene Maschine: Das Rätsel von Flug MH370

Der stellvertretende vietnamesische Verkehrsminister Pham Quy Tieu erklärte, man habe keine Informationen über einen Absturz. "Wir wissen nur, dass dort das Signal abbrach." Suchtrupps seien auf dem Weg. "In der Region, in der die Maschine verschwand, wurde zu dem Zeitpunkt keine ungewöhnliche Wetterlage gemeldet", erklärte Pham Quy Tieu weiter.

Crew setzte keinen Notruf ab

Auch Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein verneinte Berichte über einen Absturz. Man könne dies nicht bestätigen, bemühe sich aber um weitere Informationen aus Vietnam.

Beim letzten Kontakt mit der Luftkontrolle befand sich die Maschine nach Angaben der Fluggesellschaft 120 Seemeilen (rund 220 Kilometer) östlich der malaysischen Küstenstadt Kota Bharu. Das Flugzeug habe eine Minute vor Erreichen des vietnamesischen Luftraums den Kontakt verloren, sagte der Chef der nationalen Rettungskräfte, Generalleutnant Pham Hoai Giang. Einen Notruf der Crew gab es nicht.

Malaysia, Vietnam und China setzten Such- und Rettungsschiffe ein. Boeing stellte ein Expertenteam zusammen, um bei der Aufklärung des Vorfalls zu helfen.

Malaysia Airlines betrieb den Flug gemeinsam mit China Southern Airlines. Unter den Passagieren waren nach Angaben der Fluggesellschaft 152 Chinesen, 38 Malaysier, zwölf Indonesier, sieben Australier und drei US-Amerikaner. Jeweils zwei Passagiere kamen aus Neuseeland, der Ukraine und Kanada, jeweils einer aus Italien, Taiwan, den Niederlanden und Österreich. Deutsche waren ersten Erkenntnissen zufolge nicht an Bord.

Die Maschine war um 0.21 Uhr (Ortszeit) gestartet und sollte in Peking um 6.30 Uhr landen. Für Angehörige und Freunde der 239 Menschen an Bord wurde eine psychologische Betreuung in einem Hotel in Peking eingerichtet.

Psychologische Hilfe für Freunde und Angehörige

"Ich hatte mehrere Freunde in dem Flugzeug", sagte ein Mann. Der Malaysier Chuang Ken Fai wartete im Terminal 3 des Flughafens mehrere Stunden lang vergeblich auf zwei Freunde. "Die Mitarbeiter am Flughafen sagten mir, die Maschine sei nicht gestartet, aber ich konnte auf meinem Smartphone sehen, dass die Maschine in der Luft war", sagte der Mann der Nachrichtenagentur Xinhua.

Ahmad Jauhari Yahya, Chef der Fluggesellschaft, sagte bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur, es habe keinerlei Anzeichen gegeben, dass das Flugzeug in Not geraten sei. Die Maschine sei von einem erfahrenen Piloten mit mehr als 30 Jahren Dienstzeit gelenkt worden. Andere Flüge von Malaysia Airlines würden wie geplant starten.

Die Boeing 777-200 gilt als eine der beliebtesten und sichersten Passagiermaschinen. Der erste tödliche Unfall in ihrer 19-jährigen Geschichte ereignete sich im vergangenen Juli, als eine 777 der Fluglinie Asiana Airlines vor der Landebahn in San Francisco den Boden berührte und drei der 307 Personen an Bord starben.

Malaysia Airlines gilt als zuverlässige Fluggesellschaft. Sie fliegt mit Boeing- und Airbus-Maschinen nach eigenen Angaben täglich 37.000 Passagiere zu 80 Zielen im In- und Ausland. Die Airline hat 15 Maschinen des Typs Boeing 777-200 in seiner Flotte von rund hundert Flugzeugen. Die erste wurde laut Boeing im April 1997 an die Fluggesellschaft ausgeliefert, die letzte im Dezember 2004.

ulz/Reuters/AP/dpa

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