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03. Februar 2013, 20:07 Uhr

Bruchlandung in Rom

Alitalia spritzt Crash-Flieger um

"Bruchlandung? Bei uns doch nicht!" - Das dachte man sich wohl bei der italienischen Fluglinie Alitalia und lackierte nachts flink über das eigene Firmenlogo auf einem verunglückten Flugzeug.

Rom - 16 Menschen verletzten sich, zwei davon schwer, als ein der Alitalia beim Anflug auf Rom Samstagnacht von der Bahn abkam und im Gras landete. Doch bei der italienischen Fluglinie wollte man offenbar erstmal den eigenen Ruf retten. Mit einer Idee, die eher den Vertuschungsaktionen betrunkener Autofahrer gleicht.

Über Nacht hatte man anscheinend versucht, alle Spuren zu verwischen und über Schriftzug und Farben auf Rumpf und Fenstern des Flugzeugs lackiert. Die Maschine, auf der direkt nach dem Unglück noch das Firmenlogo der ehemaligen italienischen Staatsfluglinie zu sehen war, strahlte am nächsten Morgen schneeweiß aus dem Graben neben der Landebahn.

Gewerkschaften geben Alitalia die Schuld

Das Flugzeug gehörte nach italienischen Angaben der rumänischen Fluggesellschaft Carpatair, war aber im Auftrag von Alitalia von Pisa nach Rom geflogen. An Bord waren 46 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Als Ursache für den Zwischenfall nannte Alitalia starken Wind. Alitalia annullierte noch in der Nacht alle Pisa- und Bologna-Flüge von Carpatair nach Rom.

Gewerkschaftsvertreter gaben Alitalia die Schuld an dem Unglück: Der Deal mit Carpatair, der die Kosten senken soll, gefährde die Sicherheit der Passagiere. Für Montag kündigten Alitalia-Piloten und -Flugbegleiter einen Streik gegen die Partnerschaft mit Carpatair an.

Bereits Ende Januar hatten sie für einen Tag die Arbeit niedergelegt. In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Zwischenfällen auf Carpatair-Flügen im Auftrag von Alitalia gekommen. Die italienische Fluggesellschaft hat deshalb bereits die Strecke Ancona-Rom vom Flugplan genommen.

ade/dpa

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