Suche im Schwarzen Meer Flugschreiber der abgestürzten Militärmaschine geborgen

Warum stürzte eine russische Militärmaschine ins Schwarze Meer? Ermittler erhoffen sich Erkenntnisse von der Auswertung des Flugschreibers. Nun wurde das Gerät aus dem Meer geholt.

Suchboote im Schwarzen Meer
DPA

Suchboote im Schwarzen Meer


In 17 Metern Tiefe haben Suchmannschaften den Flugschreiber der über dem Schwarzen Meer abgestürzten russischen Militärmaschine gefunden. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau laut russischen Agenturberichten mit. Das Gerät soll zur Auswertung in die russische Hauptstadt Moskau gebracht werden. Von der Prüfung erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die genaue Absturzursache.

Die Maschine war am Sonntag auf dem Weg von Sotschi nach Syrien mit 92 Menschen an Bord abgestürzt. Als Grund vermutete die Behörde einen Pilotenfehler oder ein technisches Problem. Der Inlandsgeheimdienst FSB trat Spekulationen entgegen, dass es einen Anschlag auf das Flugzeug gegeben haben könnte.

Das Flugzeug war vom Typ Tupolew Tu-154. Die staatliche Agentur Interfax meldete unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass bis zur Klärung der Absturzursache alle Flugzeuge dieses Typs am Boden bleiben sollten.

Bis Montagabend waren 13 Leichen geborgen. Taucher fanden zudem Teile des Rumpfes und des Hecks. Einige Trümmer wurden an Land gebracht. Bei den Sucharbeiten waren 200 Taucher und 45 Schiffe im Einsatz.

Die Tupolew kam dem Verteidigungsministerium zufolge aus Moskau und war in Sotschi zwischengelandet, um aufzutanken. Zuletzt sei das 1983 gebaute Flugzeug im September gewartet worden, sagte General Igor Konaschenkow. Die letzte größere Reparatur fand im Dezember 2014 statt. Insgesamt habe die Maschine etwa 7000 Flugstunden absolviert. Der Pilot sei erfahren gewesen. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge setzte das Flugzeug keinen Notruf ab. Das Wetter war gut.

An Bord der Maschine war ein großer Teil des Armeechors, der bei den Neujahrsfeiern auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien auftreten sollte. Russland unterstützt die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, seit September 2015 auch durch Luftangriffe im Bürgerkrieg.

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Flugzeugunglück nahe Sotschi: Russland gedenkt der 92 Toten

ulz/dpa/AFP/Reuters

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