Tödliche Unglücke: Vier Flugzeugabstürze an einem Wochenende

Trauriges Wochenende für die deutschen Sportflieger: In Konstanz, Coburg, Quakenbrück und Idar-Oberstein kam es zu schweren Abstürzen. Insgesamt starben sechs Menschen - darunter ein 17-jähriges Mädchen in ihrem Segelflugzeug.

Flugzeugabstürze: Tödliches Wochenende Fotos
dapd

Konstanz/Coburg/Quakenbrück - Im niedersächsischen Quakenbrück kam am Samstagabend eine 17-jährige Pilotin beim Sturz ihres Segelflugzeugs in ein Wohnhaus ums Leben. Die junge Frau war Polizeiangaben zufolge auf dem örtlichen Segelflugplatz gestartet. Aus noch ungeklärter Ursache sei sie in die Front eines Hauses im Stadtteil Neustadt geflogen. Dabei streifte das Flugzeug weitere Häuserfronten.

Eine Tragfläche des Flugzeuges touchierte eine Hauswand. Anschließend prallte das Flugzeug gegen drei weitere Häuser und bohrte sich schließlich senkrecht in den Boden. Berichten zufolge war das Flugzeug zuvor sehr tief geflogen und hatte unregelmäßige Bewegungen gemacht. Zu einer möglichen Ursache des Unfalls wurden keine Angaben gemacht.

Auch in Konstanz ereignete sich am Samstagabend ein Flugzeugunglück. Eine Sportmaschine stürzte am hiesigen Flughafen ab und verfehlte dabei nur um Haaresbreite eine Menschengruppe. Rund 30 Fallschirmspringer mit Gästen hielten sich nahe des Landefelds auf, als der einmotorige Viersitzer kurz nach dem Start ins Trudeln geriet, zu Boden krachte und bei der Landung mit einer Tragfläche das Zelt der Gruppe streifte.

Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr

Der Pilot und seine Begleiterin konnten sich bei dem Unfall selbst aus dem brennenden Wrack befreien. Die Frau erlitt einem Sprecher zufolge "massive Brandverletzungen an Beinen, Armen und am Kopf". Sie kam in eine Spezialklinik. Der Pilot wurde leicht verletzt. Beide erlitten einen Schock. Sieben Menschen aus dem Zelt konnten sich mit einem Sprung ins Freie vor dem Flieger retten. Einer von ihnen brach sich dabei ein Bein.

Im bayerischen Landkreis Coburg kamen am Sonntag vier Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Kurz nach dem Start vom Flugplatz Steinrücken stürzte die einmotorige Propellermaschine vom Typ Piper etwa 500 Meter von der Startbahn entfernt in ein Waldstück und ging in Flammen auf. Ein Frontteil der Maschine blieb etwa in drei Metern Höhe in einem Baum hängen. Für die zwei Männer und zwei Frauen an Bord gab es demnach keine Überlebenschance. Die Unfallursache ist laut Polizei noch völlig unklar.

Die vier Insassen waren zu einem Rundflug aufgebrochen, eine der Frauen steuerte die Maschine. Am Unglücksort kamen etwa 140 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zum Einsatz. Die Leichen wurden am Sonntagmittag aus dem Wrack geborgen. Anschließend begannen Kriminalpolizei und Gutachter mit der Sicherung der Spuren.

Bereits am Freitagabend wurde der 18-jährige Pilot eines Ultraleichtflugzeugs im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein getötet, ein Fluggast wurde lebensgefährlich verletzt. Die Maschine war bei der Vorbereitung zur Landung auf dem Flugplatz Göttschied aus 50 bis 100 Metern Höhe senkrecht auf eine Weide gestürzt. Auch hier ist die Unfallursache noch unklar.

dkr/dapd/dpa/AFP

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