Flugzeugabsturz in Hessen: Polizisten finden weitere Leiche

Nach dem Flugzeugabsturz in Hessen hat die Polizei hat ein weiteres Opfer gefunden. Die Maschine war in einem Waldstück abgestürzt - Experten untersuchen die Unglücksstelle.

Egelsbach - Nach dem Absturz eines Flugzeuges nahe dem Flughafen Egelsbach haben die Behörden einen von zwei vermissten Insassen gefunden. Die Leiche sei in unmittelbarer Nähe des Wracks entdeckt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Zuvor hatten die Behörden mitgeteilt, die Suche werde so lange fortgesetzt, bis alle Personen geborgen oder gerettet worden seien. Insgesamt sind inzwischen vier Menschen tot geborgen worden. Ihre Identität ist unklar.

Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks wurden wieder aufgenommen, als es hell wurde. Mitarbeiter des Bundesamts für Flugunfalluntersuchung waren vor Ort. Nach Angaben des Polizeisprechers wurde der Absperrbereich in dem Waldstück vergrößert, weil weitere Wrackteile des Flugzeugs gefunden wurden.

Die Maschine war am Donnerstagabend in ein Waldstück gestürzt. Beim Aufprall gab es eine Explosion, anschließend brannte das Wrack etwa eine Stunde. Die Maschine war laut Polizei im österreichischen Linz mit Pilot, Co-Pilot sowie drei Passagieren gestartet.

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Flugzeugunglück: Absturz im Wald
Bei der Maschine handelte es sich um eine "Citation X" des US-amerikanischen Herstellers Cessna. Das bestätigte eine Flughafensprecherin. Das Düsenflugzeug mit einem Gewicht von 16 Tonnen könne bis zu zwölf Passagiere transportieren und zähle zu den größten Flugzeugen, die den Flughafen Egelsbach anfliegen könnten. Dort dürfen Maschinen bis zu einem Gewicht von 20 Tonnen landen und starten.

ulz/dapd/dpa

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1. Tückische Wetterlage
contrail08 02.03.2012
Zitat von sysopDPANoch werden zwei Insassen vermisst: Polizisten suchen nach Passagieren eines in Hessen verunglückten Flugzeuges. Die Maschine war in einem Waldstück abgestürzt - Experten untersuchen die Unglücksstelle. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,818797,00.html
Die Cessna Citation X ist sicher kein Kleinflugzeug. Sie hat intercontinentale Reichweite und ist das schnellste zugelassene Zivilflugzeug der Welt. Sie kostet um die 10 Mio Dollar. Sie markiert die Spitze der Business-Jets und wird in aller Regel von äusserst erfahrenen Kapitänen und Piloten geflogen. Egelsbach von Osten her anzufliegen ist bei schwacher Sicht durchaus schwierig. Egelsbach kann jedoch nur nach Sicht angeflogen werden. Gestern abend hatten wir in Südhessen zwar einen "blauen Himmel", aber eine bodennahe Dunstschicht und Nebel. Das bedeutet, dass man bei besten Sichten die Landung beginnt und im Landeanflug in den letzten 2 Minuten die Sicht komplett verliert. Wenn man dann nach Sicht weiterfliegt, kann das zum Orientierungsverlust führen...
2. Rätselhaft
Monsieurcronier 02.03.2012
In der Tat, die Citation X ist ein high-end Privatjet, der einige Zeit das schnellste Passagierflugzeug der Welt war. Soweit ich weiß, ist das auch das erste schwere Unglück dieses Maschinentyps. Die Ursache aber bleibt für mich rätselhaft. Die Maschine verfügt, wie alle größeren Flugzeuge, über ein Warnsystem, wenn man dem Boden zu nah kommt und gibt dann nicht zu überhörende Warnmeldungen aus. Allerdings soll es in der Vergangenheit auch schon vorgekommen sein, dass das System von den Piloten abgeschaltet wurde. Und natürlich hätte bei solchen Sichtverhältnissen auch Frankfurt angeflogen werden können, der Flughafen liegt nur einen Steinwurf von Egelsbach entfernt und ist natürlich mit den modernsten ILS-Systemen ausgestattet. Betrachtet man die Unfallstatistiken, ist die Privatfliegerei alles andere als sicher. Vor allem das Können der Piloten ist entscheidend, wenn unerwartete Situationen auftreten. Und genau da gibt es nach m. E. große Unterschiede zu den Airlinern. Vor ein paar Jahren stürzte z. B. in Ostdeutschland eine (kleinere) Citation ab, weil der Pilot eine "Barrel Roll" ausführen wollte, was anhand der Flugbewegungen aufgezeichnet werden konnte. Ich frage mich auch, wer die Passagiere waren.
3. DGPS-Verfahren endlich einfordern!
contrail08 02.03.2012
Zitat von MonsieurcronierIn der Tat, die Citation X ist ein high-end Privatjet, der einige Zeit das schnellste Passagierflugzeug der Welt war. Soweit ich weiß, ist das auch das erste schwere Unglück dieses Maschinentyps. Die Ursache aber bleibt für mich rätselhaft. Die Maschine verfügt, wie alle größeren Flugzeuge, über ein Warnsystem, wenn man dem Boden zu nah kommt und gibt dann nicht zu überhörende Warnmeldungen aus. Allerdings soll es in der Vergangenheit auch schon vorgekommen sein, dass das System von den Piloten abgeschaltet wurde. Und natürlich hätte bei solchen Sichtverhältnissen auch Frankfurt angeflogen werden können, der Flughafen liegt nur einen Steinwurf von Egelsbach entfernt und ist natürlich mit den modernsten ILS-Systemen ausgestattet. Betrachtet man die Unfallstatistiken, ist die Privatfliegerei alles andere als sicher. Vor allem das Können der Piloten ist entscheidend, wenn unerwartete Situationen auftreten. Und genau da gibt es nach m. E. große Unterschiede zu den Airlinern. Vor ein paar Jahren stürzte z. B. in Ostdeutschland eine (kleinere) Citation ab, weil der Pilot eine "Barrel Roll" ausführen wollte, was anhand der Flugbewegungen aufgezeichnet werden konnte. Ich frage mich auch, wer die Passagiere waren.
Leider führt illegales IFR ohne Präzisionsverfahren aber mit GPWS und Synthetic Vision genau zu dieser Art Tragödie. Hinzu kommt die relative hohe Anfluggeschwindigkeit der Citation X - aber diese Art Unglück sahen wir in den letzten 2 Jahren auch mit 2 King Airs. Es wird höchste Zeit, dass die EASA in Europa endlich DGPS basierte Präzisionsanflüge (analog WAAS) ermöglicht. Plätze wie Egelsbach würden damit deutlich wertvoller. Ansonsten scheint man sich im Bereich IFR-Verfahren und Ausbildung nun endlich bewegen zu wollen.
4. Keine Sichtflugbedingungen
spon_leser2892 02.03.2012
Zitat von sysopDPANoch werden zwei Insassen vermisst: Polizisten suchen nach Passagieren eines in Hessen verunglückten Flugzeuges. Die Maschine war in einem Waldstück abgestürzt - Experten untersuchen die Unglücksstelle. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,818797,00.html
Ich bin Fluglehrer und war gestern zur Unfallzeit von Frankfurt im ICE nach Mannheim unterwegs. Es waren nach meinem Empfinden keine Sichtflugbedingungen gegeben. Südlicher von Mannheim definitiv nicht, denn ich musste mit dem Auto weiter und hatte Sichtprobleme und meine Nebenlichter an! Als Pilot muss man für solche Fälle den Ausweichflughafen anfliegen ... auch wenn die Passagiere zahlungskräftige Businessleute mit Zeitdruck sind.... alles sieht bisher nach Pilotenfehler aus.
5. Cfit
DHC2 02.03.2012
Der Landeanflug auf Egelsbach ist anspruchsvoll und kann von den Piloten nur nach Sicht durchgeführt werden - es gibt weder Navigationshilfen noch ein Instrumenten-Landesystem. Egelsbach liegt nur wenige Kilometer südlich des Rhein-Main-Flughafens, und Piloten mit Ziel Egelsbach müssen unter dem Frankfurter Luftraum "durchtauchen", um nicht die An- und Abflugrouten von Frankfurt zu kreuzen. Das heißt, dass ein Egelsbach anfliegendes Flugzeug schon früh sehr tief fliegen muss Und danach nur sehr moderat sinken darf, um nicht die Baumwipfel zu streifen (östlich des Flughafen erstrecken sich Wälder). Bei guter Sicht ist das kein Problem. Der Wetterbericht lässt aber vermuten, dass Nebelbänke in der Gegend waberten, die die Bodensicht eingeschränkt haben. Den Landeanflug unter diesen Umständen fortzusetzen, wäre unverantwortlich gewesen. Bisher alles Spekulation, aber die bisherigen Indizien zeigen Parallelen zu einem ähnlichen Unfall vor 2 Jahren: http://www.bfu-web.de/cln_030/nn_223970/DE/Publikationen/Untersuchungsberichte/2009/Bericht__09__3X178__KingAirF90__Egelsbach,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Bericht_09_3X178_KingAirF90_Egelsbach.pdf
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