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29. Dezember 2012, 14:33 Uhr

Flugzeugabsturz in Moskau

Russischer Jet zerbricht und fängt Feuer

Auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo ist eine Tupolew-Maschine über die Landebahn hinausgeschossen und in Flammen aufgegangen. Nach vorläufigen Berichten kamen vier der acht Insassen ums Leben, drei wurden schwer verletzt.

Moskau - Auf dem Moskauer Flughafen ist ein Jet vom Typ Tupolew Tu-204 über die Landebahn hinausgeschossen und auf die dahinterliegende Autobahn gerast.

Der Jet mittlerer Größe hatte Berichten russischer Medien zufolge den Flughafen aus Tschechien angeflogen und gehörte der russischen Airline Red Wings. Anderen Berichten zufolge soll sich das Unglück beim Start ereignet haben. Fest steht: Nachdem der Jet über die Landebahn hinausgeschossen war, rutschte er auf die Kiewskoje-Straße, zerbrach und ging in Flammen auf.

Fernsehbilder russischer Sender zeigen den in drei Teile zerbrochenen Jet, der am Ende der Rollbahn auf einer Böschung liegt, die zur Autobahn hin ansteigt, das abgebrochene Cockpit liegt Quer auf der Fahrbahn. Vom Wrack steigt Rauch auf, Passanten fotografieren und Filmen das Unglück aus nächster Nähe.

Über die genaue Zahl der Insassen herrschte auch Stunden nach dem Unglück noch Unklarheit. Das russische Zivilschutzministerium, das Innenministerium, der Flughafen und die Staatsanwaltschaft machten verschiedene Angaben. Die russische Gesundheitsbehörde bestätigte, dass sich acht Menschen an Bord der Maschine befanden. Vier von ihnen starben bei dem Unglück, drei wurden schwer verletzt, ein achter blieb unverletzt.

Nach Angaben des tschechischen Flughafens Pardubice allerdings, von dem die Maschine am Morgen gestartet war, waren zehn Crewmitglieder an Bord und keine Passagiere. Diese Zahl habe die Fluggesellschaft den Behörden vor dem Abflug gemeldet, sagte ein Airport-Sprecher.

Regierungschef Dmitri Medwedew beauftragte eine Kommission, die Unglücksursache zu klären. Die Ermittlungsbehörde leitete ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen Flugsicherheitsvorschriften ein. Als Gründe kämen sowohl ein Pilotenfehler als auch technische Ursachen infrage, berichteten Medien.

Kremlchef Wladimir Putin ließ sich ständig über das Unglück informieren, wie sein Sprecher Dmitri Peskow sagte. Verkehrsminister Maxim Sokolow fuhr zum Flughafen im Südwesten der Hauptstadt. Mehrere ankommenden Flüge wurden zum größten Moskauer Airport Domodedowo umgeleitet. Die angrenzende Schnellstraße wurde teilweise gesperrt, es kam zu kilometerlangen Staus.

Red Wings ist eine russische Fluglinie, die dem Oligarchen Alexander Lebedew gehört und sich auf Charterflüge innerhalb Russlands und nach Europa spezialisiert hat. Bei den meisten Flugzeugen der Airline handelt es sich um Jets vom Typ Tupolew TU-204.

mhe/reu

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