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30. Dezember 2012, 13:16 Uhr

Flughafen in Moskau

Bremsversagen war offenbar Ursache für Jet-Unglück

Die Ursache für das Flugzeugunglück auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo, bei dem ein Jet über die Landebahn hinausschoss und auf eine Autobahn raste, ist vermutlich Bremsversagen. Ein neues Amateurvideo zeigt das Unglück, bei dem vier Menschen starben, aus der Perspektive eines Autofahrers.

Moskau - Die Ursache für das Unglück auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo, bei dem ein Jet vom Typ Tupolew Tu-204 über die Landebahn hinausgeschossen und auf die dahinterliegende Autobahn gerast war, ist vermutlich gefunden: Die Ermittler gehen davon aus, dass das Bremssystem versagt hatte. Bei dem Unglück starben neuen Angaben zufolge fünf der acht Besatzungsmitglieder.

Der Jet mittlerer Größe hatte den Flughafen aus Tschechien angeflogen und gehörte der russischen Airline Red Wings. Wie inzwischen bekannt wurde, ereignete sich das Unglück beim bereits zweiten Landeversuch.

Das Flugzeug landete im richtigen Landebereich, konnte dann aber aus irgendeinem Grund nicht anhalten", sagte der Chef der Flugverkehrsbehörde, Alexander Neradko, im Fernsehen. Einem Vertreter des Ermittlerteams zufolge nutzten die Piloten "alle im Flugzeug befindlichen Bremssysteme". Der wahrscheinlichste Grund dafür, dass die Maschine dann nicht stoppen konnte, seien "eine kaputte Schubumkehr oder defekte Bremsen", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Vertreter. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler vom Flugschreiber, der am Samstagabend gefunden wurde.

Die Schubumkehr wird nach dem Aufsetzen des Flugzeugs eingesetzt, um die mechanischen Bremsen zu unterstützen. Dabei wird der Luftstrom im Triebwerk durch Klappen in die Gegenrichtung gelenkt, wodurch eine Kraft entgegen der Fahrtrichtung entsteht. So wird die Maschine gebremst.

Die aus Pardubice in Tschechien kommende Maschine war nach Angaben eines tschechischen Flughafenmitarbeiters auf einem Leerflug zurück nach Moskau. An Bord der 210 Sitze zählenden Maschine der russischen Fluglinie Red Wings waren acht Besatzungsmitglieder. Eine Flugbegleiterin starb am Sonntag an ihren Verletzungen, wodurch die Zahl der Todesopfer auf fünf stieg. Die drei anderen verletzten Crewmitglieder waren am Sonntag außer Lebensgefahr.

Zunächst waren schlechte Wetterbedingungen sowie ein möglicher Pilotenfehler als Ursachen für das Unglück in Erwägung gezogen worden, das schlossen die Ermittler nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Sonntag aber aus. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte starker Wind mit Schneefall.

Der russische Finanzmagnat Alexander Lebedew, dem die Fluglinie Red Wings gehört, erklärte, der vier Jahre alte Jet sei erst Ende November sorgfältig überprüft worden. Möglicherweise habe eine anfängliche Weigerung der Fluglotsen, die Maschine landen zu lassen, zu dem Unglück beigetragen, spekulierte er auf twitter. Das Flugzeug habe deshalb mehrere Kreise über Wnukowo ziehen müssen. "Jede Maschine hat ihr Limit, auch wenn sie neu ist."

Russische Medien berichteten indes, bereits vor dem Unfall hätten sich die Behörden besorgt über das Bremssystem des Flugzeugtyps gezeigt. Demnach schrieb die staatliche Aufsichtsbehörde am Freitag einen Brief an den Hersteller und verwies auf möglicherweise defekte Bremsen, nachdem eine Maschine vom Typ Tupolew 204 in der vergangenen Woche Probleme bei der Landung hatte.

mhe/dpa

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