Flugzeugabsturz Ukraine gesteht den Abschuss ein

Jetzt gibt es keine Zweifel mehr: Die Tu-154 wurde am 4. Oktober von der ukrainischen Flugabwehrrakete S-200 abgeschossen. Erst nach diesem Untersuchungsergebnis hat die Ukraine den Abschuss eingestanden.


Flugzeugabsturz: 78 Israelis an Bord
AFP

Flugzeugabsturz: 78 Israelis an Bord

Moskau - Schon kurze Zeit nach dem Absturz hieß es in amerikanischen Regierungskreisen, das Flugzeug sei vermutlich von einer S-200-Rakete getroffen worden, die irrtümlich von ukrainischen Soldaten abgefeuert worden sei. Die Ukraine dementierte das bis heute.

Nun haben die Untersuchungen der von der russischen Regierung eingesetzten Kommission ergeben, dass das mit 78 Menschen in das Schwarze Meer gestürzte Passagierflugzeug der Sibir Air tatsächlich von einer ukrainischen Militärrakete getroffen worden war. Das teilte der Vorsitzende der Kommission, Wladimir Ruschailo, nach Angaben der Agentur Interfax heute in Sotschi am Schwarzen Meer mit.

Schwarzes Meer: Von Tel Aviv nach Nowosibirks unterwegs

Schwarzes Meer: Von Tel Aviv nach Nowosibirks unterwegs

Unmittelbar darauf gestand der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Jewgenij Martschuk, einen versehentlichen Raketentreffer ein. Die Rakete war bei einem Übungsschießen auf der 200 Kilometer entfernten Halbinsel Krim abgefeuert worden.

Die von dem Abschuss betroffene russische Fluggesellschaft Sibir kündigte an, die ukrainischen Streitkräfte auf einen Schaden von mindestens rund 22 Millionen Mark (11 Millionen Euro) zu verklagen. Das teilte der Firmensprecher Michail Koschman nach Angaben der Agentur Itar-Tass in Nowosibirsk mit.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.