Flugzeugabsturz US-Golf-Star stirbt nach "Geisterflug"

Der amerikanische Golf-Star Payne Stewart ist beim Absturz eines "Geisterflugzeugs" ums Leben gekommen. Das Flugzeug war nach einem mehrstündigen Irrflug am Montag im US-Staat South Dakota abgestürzt.


Payne Stewart
AP

Payne Stewart

Washington - Neben dem zweimaligen U.S.-Open-Gewinner starben zwei Repräsentanten seiner Gesellschaft Leader Enterprises und die beiden Piloten an Bord. Das Flugzeug war zuvor etwa vier Stunden lang offenbar führerlos über den mittleren Westen der USA geflogen und hatte dabei fast 2 000 Kilometer zurück gelegt.

Experten vermuteten, dass die fünf Insassen des Learjets zum Zeitpunkt des Absturzes bereits tot oder zumindest bewusstlos waren. Als Grund dafür gilt ein plötzlicher Druckabfall an Bord, der zu akutem Sauerstoffmangel führte. Bergungsmannschaften an der Absturzstelle bei Aberdeen berichteten, dass die Fenster der Privatmaschine leicht zugefroren waren, was auf Druckverlust hindeute.

Die Maschine sollte ursprünglich nach Dallas (Texas) fliegen. Sie war am Morgen in Sanford (Florida) gestartet und hatte einen Zwischenstopp in Orlando eingelegt, um die drei Passagiere aufzunehmen. Kurz nach dem erneuten Abheben brach der Kontakt zur Bodenzentrale ab. Alle Versuche, Verbindung mit den Piloten aufzunehmen, scheiterten. Auch die Besatzung von zwei F-16- Militärjets, die das mit einem Autopiloten gesteuerte Flugzeug über weite Strecken begleiteten, konnten kein Lebenszeichen an Bord entdecken.

An der Absturzstelle
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An der Absturzstelle

Die Flugaufsichtsbehörde FAA sorgte dafür, dass der Luftraum in der Nähe der Maschine frei blieb, um Kollisionen zu vermeiden. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Joe Lockhart, sagte, hätte die Maschine bei einer unmittelbaren Bedrohung für den Flugverkehr im äußersten Notfall auch abgeschossen werden dürfen.

Der Learjet stürzte schließlich in einer wenig bevölkerten Region in South Dakota ab, nachdem er sieben Staaten überflogen hatte und der Treibstoff offenbar ausgegangen war. Menschen am Boden kamen nicht zu Schaden.

Der 42-jährige Payne Stewart gehörte zu den westbesten Golfern und hatte in diesem Jahr zum zweiten Mal die U.S. Open gewonnen. Er gehörte auch zum Ryder-Cup-Team, das in Brookline (Massachusetts) nach einem unaufholsam scheinenden Rückstand noch gegen Europa siegte. Der aus Springfield (Bundesstaat Missouri) gebürtige Sportler fiel auf dem Golfkurs nicht nur durch sein Können, sondern auch durch seine traditionelle Knickerbocker-Kleidung auf, die in seinem Namen vermarktet wurde.



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