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Zwischenfall über den Wolken: Passagier wollte Boeing-Tür öffnen

Boeing 737 der Southwest Airlines (Archiv): zur Landung gezwungen Zur Großansicht
REUTERS

Boeing 737 der Southwest Airlines (Archiv): zur Landung gezwungen

Schrecksekunde für die Passagiere einer Boeing 737: Auf dem Flug der Southwest Airlines von Chicago nach Sacramento hat ein Mann offenbar versucht, aus der Maschine zu springen. Mitreisende überwältigten den 23-Jährigen.

Omaha - Ein 23-jähriger Mann hat während eines US-Inlandsflugs offenbar versucht, die hintere Tür einer Boeing 737 mit 134 Passagieren an Bord zu öffnen. Mit seiner Aktion zwang er die Maschine der Southwest Airlines zur Landung; mehrere Passagiere halfen, den Mann zu überwältigen.

Die Maschine war am Sonntag auf dem Weg von Chicago ins kalifornische Sacramento, als es nach etwa einer Stunde in der Luft zu dem Vorfall kam. Die Staatsanwaltschaft erhob inzwischen Anklage gegen Joshua S. wegen Angriffs auf die Besatzung eines Flugzeugs. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Laut Anklage hatte sich S. während des Fluges zweimal der Aufforderung widersetzt, zu seinem Sitzplatz zurückzukehren. Schließlich stieß er einen Flugbegleiter beiseite, lief in den hinteren Teil der Kabine und versuchte dort, eine Tür zu öffnen. Einem Bericht des Senders NBC zufolge wollte S. offenbar aus dem Flugzeug springen. Augenzeugen berichteten von Schreien aus dem Heck der Maschine. Eine Stewardess habe "Helft mir! Helft mir!" gerufen, als der Mann sich an der Tür zu schaffen machte.

"Wir brachten ihn zu Boden und hielten ihn fest"

"Ich rannte mit zwei weiteren Leuten in den hinteren Teil des Flugzeugs", sagte ein Passagier NBC. "Wir griffen den Kerl an, brachten ihn zu Boden und hielten ihn fest."

Nach dem Vorfall wurde die Boeing nach Omaha im Bundesstaat Nebraska umgeleitet. Videoaufnahmen eines Passagiers zeigen, wie Sicherheitskräfte S. in Handschellen aus dem Flugzeug führen. Später konnte die Maschine ihren geplanten Flug nach Sacramento mit zwei Stunden Verspätung fortsetzen.

Augenzeugen gaben an, Joshua S. habe sich bereits vor dem Zwischenfall merkwürdig verhalten. So sagte eine Reisende dem Lokalsender KABC-TV, der Mann sei nach einem Gang auf die Bordtoilette klitschnass wiedergekommen. Andere berichteten, S. habe erweiterte Pupillen gehabt und wirr geredet.

Der mutmaßliche Täter soll am Mittwoch vor Gericht erscheinen. Unmittelbare Lebensgefahr bestand für Passagiere und Crew der Boeing 737 übrigens nicht: In der Luft ist es aufgrund der Druckverhältnisse so gut wie unmöglich, die Tür eines Passagierflugzeugs zu öffnen.

rls/AP

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