Flugzeugunglück mit Todesopfer Southwest Airlines wollte mehr Zeit für Triebwerksprüfung

Nach dem Tod einer Passagierin gerät die Fluggesellschaft Southwest Airlines unter Druck. Grund für das Unglück am Dienstag war ein defektes Triebwerk. Jetzt wird klar: Die Airline ließ sich offenbar Zeit bei den Prüfungen.

Triebwerksinspektion der Southwest-Maschine nach der Notlandung
AFP PHOTO / NATIONAL TRANSPORTATION SAFETY BOARD/HANDOUT

Triebwerksinspektion der Southwest-Maschine nach der Notlandung


Nach dem Flugzeugunglück mit einer Toten am vergangenen Dienstag ist nun bekannt, dass die Fluggesellschaft Southwest Airline vergleichsweise viel Zeit für die Triebwerksinspektionen ihrer Flugzeuge gefordert hatte. Das geht aus öffentlichen Dokumenten hervor, die einen Austausch zwischen der Airline und dem Triebwerkshersteller CFM festhalten.

Der Unfall am Dienstag war durch ein kaputtes Triebwerk verursacht worden. Am linken Triebwerk der Boeing 737-700 auf dem Weg von New Yorks LaGuardia Airport nach Dallas durchschlugen Trümmerteile aus dem Antrieb die Flügel und Außenwand des Jets, ein Teil der Triebwerksabdeckung fiel ab. Eine Passagierin an Bord wurde teilweise durch ein beschädigtes Fenster nach draußen gerissen. Später starb sie an ihren Verletzungen.

Als mutmaßlicher Grund für den Unfall gilt Materialermüdung. Bereits 2016 gab es einen ähnlichen Zwischenfall, bei dem eine Southwest-Maschine notlanden musste. Auch damals war der technische Defekt eines Triebwerks der Grund.

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Der Hersteller, die US-Luftfahrtbehörde FAA sowie die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA forderten die Airline daraufhin zu Prüfungen ihrer Triebwerke innerhalb von zwölf Monaten auf. Southwest Airlines teilte jedoch mit, mehr Zeit zu benötigen, um die Prüfungen durchzuführen.

Es seien mindestens 18 Monate für die Prüfungen nötig, zudem könnten in diesem Zeitraum nicht alle Teile inspiziert werden. Die Fluggesellschaft mit Sitz in Dallas ist nicht die einzige Airline, die um Verlängerung von Fristen bat. Der Triebwerkshersteller hatte die Prüfzeit zuvor von 18 auf zwölf Monate verkürzt. Southwest und weitere Airlines hatten sich aber dagegen ausgesprochen.

Die FAA sagte am Mittwoch, sie werde nun Untersuchungen von CFM-Triebwerken einleiten. Bei dem Unglück handelt es sich um den ersten Flugzeuglinien-Zwischenfall mit einem Todesopfer in den USA seit 2009.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war zum Teil von Getrieben die Rede. Gemeint waren aber Triebwerke.

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ans/AP/Reuters



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