Flut in Thailand: Hochwasser fließt durch Bangkoks Straßen

Das Hochwasser in Thailand schwappt in die Hauptstadt Bangkok - und hat bereits einige Bezirke überflutet. Bislang sind rund 2000 Haushalte betroffen. Regierungschefin Yingluck Shinawatra forderte die Einwohner der Zwölf-Millionen-Metropole auf, ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.

Bangkok - Die Schleusen sind geöffnet - jetzt kämpft die thailändische Hauptstadt Bangkok gegen die ansteigenden Fluten. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra rief die Menschen auf, sich angesichts des schlimmsten Hochwassers seit einem halben Jahrhundert auf Evakuierungen in höhergelegene Gebiete vorzubereiten.

Tags zuvor hatte die Regierung angeordnet, dass die rund 200 Schleusentore der durch Bangkok laufenden Kanäle geöffnet werden sollen, damit der Druck von den Dämmen genommen wird und sich das Wasser nicht weiter aufstaut - sondern durch die Stadt hindurch ins Meer ablaufen kann. Dabei besteht aber die Gefahr, dass die Kanäle über die Ufer treten.

Ein Kamerateam der Fernsehnachrichtenagentur APTN konnte am Freitag sehen, wie das Hochwasser in Häuser im nördlichen Bezirk Lak Si eindrang. Dieser liegt am größten der Kanäle, die durch die Hauptstadt fließen, dem Prapa-Kanal. Das Wasser stand dort kniehoch, es gab aber zunächst nur geringe Schäden. Auf einer nahegelegenen Geschäftsstraße stieg das Wasser auf mehr als 20 Zentimeter.

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Thailand: Bangkok teilweise unter Wasser
Nach Angaben der Behörden erreichte der Wasserpegel in zwei Wohnkomplexen im Bezirk Lak Si am Freitag einen Stand von 50 Zentimetern, rund 2000 Haushalte waren betroffen. In den als besonders gefährdet geltenden Außenbezirken leben rund eine Million Menschen. Die Lage sei aber "stabil und die Einwohner wurden vorher gewarnt", so die Behörden.

Todesopfer und Milliardenschäden

Der Höhepunkt der Flut wird nach Angaben des Gouverneurs von Bangkok in der Nacht zu Samstag erwartet. Die wichtigsten Geschäftsviertel der Stadt sind bislang nicht betroffen. Yingluck hatte zuvor alle Einwohner der Zwölf-Millionen-Metropole aufgefordert, ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, es gebe keinen Grund für Panik, sagte sie bei einem Besuch von Notunterkünften am Inlandsflughafen Don Mueang. Es werde alles unternommen, um das Stadtzentrum so weit wie möglich zu schützen.

Insgesamt 50.000 Soldaten und 30.000 Polizisten sollen für Ordnung sorgen. Weitere Evakuierungszentren sollen eingerichtet, der Schutz rund um den Königspalast und den internationalen Flughafen Suvarnabhumi verstärkt werden. Nach einer Reihe widersprüchlicher Aussagen und Ankündigungen sind die Menschen in Bangkok tief verunsichert. Sie horten Lebensmittel und Trinkwasser, Hunderte stellten ihr Auto einfach auf Brücken oder höhergelegenen Straßen ab.

Heftige Regenfälle haben in diesem Jahr in Asien schon mindestens 745 Menschen das Leben gekostet. Betroffen waren Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos und die Philippinen. Allein in Thailand gab es nach Regierungsangaben seit Juli 342 Tote. Ein Drittel des Landes steht unter Wasser. Schon jetzt hat das Hochwasser Analysten zufolge das Bruttoinlandsprodukt Thailands für 2011 um bis zu zwei Prozent reduziert. Der Schaden könnte sich auf bis zu sechs Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) belaufen, wenn auch Bangkok komplett überschwemmt werden sollte.

Während alle Augen auf die Hauptstadt gerichtet sind, setzt sich die Notlage für Hunderttausende in den Überschwemmungsgebieten in Zentralthailand fort. Viele leben dort seit Wochen in Zelten und Notlagern. Mehr als 40.000 Soldaten sind nach Angaben der Armee im Einsatz, um den Opfern zu helfen. Die Europäische Union stellte dafür am Freitag 60 Millionen Baht (1,4 Millionen Euro) zur Verfügung.

wit/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Es ist unglaublich was da ablaeuft
blob123y 21.10.2011
und von wo das kommt, diese Fluten kommen nicht direkt vom Regen das haengt mit den Schleussen an den kuenstlichen Seen (Elektrizitaetsgenerierung) noerdlich und oestlich zusammen, die haben die Schleussen geoeffnet. Es scheint das es da keine Koordinierung von der staatlichen Elektrizitaetsfirma und den Anderen gibt, die fuehren schon immer ein Eigenleben. Ich hab gestern einen Clip gesehen wo in Ayutthaya bei der Hondafabrik hunderte Autodaecher gerade noch sichtbar in den Fluten sind, das ist der "totale Hammer", mehr: http://ayutthaya.ws/.
2. Als Parkplaetze freigegegben
Altesocke 21.10.2011
Zitat von sysopHunderte stellten ihr Auto einfach auf Brücken oder höher gelegenen Straßen ab.
Hallo, SPON: Die Hochautobahnen sind, zumindest teilweise und offiziell, als sichere Parkplaetze freigegeben. Hat nicht sogar der Spiegel darueber schon berichtet?
3. Mai pen rai
arthurschmidt2000 21.10.2011
Der natürliche Abfluss des Hochwassers aus dem Norden des Landes geht quer durch Bangkok. Um zu verhindern, dass diese Stadt absäuft, hat man Deiche, Schleusen und ähnliches gebautund so den natürlichen Abfluss verstopft.Offiziell heißt es dann, das Wasser solle kontrolliert abfließen. Gemeint ist damit natürlich ganz langsam und wird bei der Wassermenge Wochen dauern. Nicht gebaut hat man hingegen alternative Abflüsse. Die sind so. Nun staut sich das Wasser vor den Toren Bangkoks und weiß nicht wohin. Ich glaube mal, die Thai schätzen die Qualität ihrer Stauwerke völlig richtig ein, wenn sie glauben, dass diese schleunigst vom Wasserdruck entlastet werden müssen…
4. Rangsit
tobicus 21.10.2011
Hi, ich war heute in Bangkok, in Rangsit. Ich wollte noch schnell eine WLAN-Richtantenne im IT-Center ergattern, denn die gibts nur dort. Aber es war leider schon zu spät. Die ganze Gegend wir evakuiert. Einen Kilometer weiter im Fururepark konnte man sehen, wie das Wasser 30-50 cm hoch steht. Und man kann fast zusehen, wie es näher kommt. Ständig kommen neue Transporter (meisten vom Militär) um die Leute wegzubringen. Aber viele bleiben. Es ist ein bedrückende Stille. Viele stehen auf der Brücke und machen Fotos. Überall auf den Brücken der Schnellstrassen ist eine Spur nur zum parken reserviert. Zudem ist immer nur eine Mautstelle auf, die andere wird als Parkplatz benutzt. Aber richtig heftig sah es auf dem Weg nach Bangkok aus. Wasser so weit das Auge reicht. Man denkt, man fährt an einem See vorbei. Verzeifelt wird versucht mit Baggern und Sandsäcken eine kleine Nebenstrasse frei zu halten. Und so viele untergegangene Häuser, das war wirklich bedrückend.
5. Na, na.
blob123y 21.10.2011
Zitat von tobicusHi, ich war heute in Bangkok, in Rangsit. Ich wollte noch schnell eine WLAN-Richtantenne im IT-Center ergattern, denn die gibts nur dort. Aber es war leider schon zu spät. Die ganze Gegend wir evakuiert. Einen Kilometer weiter im Fururepark konnte man sehen, wie das Wasser 30-50 cm hoch steht. Und man kann fast zusehen, wie es näher kommt. Ständig kommen neue Transporter (meisten vom Militär) um die Leute wegzubringen. Aber viele bleiben. Es ist ein bedrückende Stille. Viele stehen auf der Brücke und machen Fotos. Überall auf den Brücken der Schnellstrassen ist eine Spur nur zum parken reserviert. Zudem ist immer nur eine Mautstelle auf, die andere wird als Parkplatz benutzt. Aber richtig heftig sah es auf dem Weg nach Bangkok aus. Wasser so weit das Auge reicht. Man denkt, man fährt an einem See vorbei. Verzeifelt wird versucht mit Baggern und Sandsäcken eine kleine Nebenstrasse frei zu halten. Und so viele untergegangene Häuser, das war wirklich bedrückend.
IT Maerkte gibts ein paar die Dasselbe haben, schaun sie doch einfach im Phantip Plaza nach: http://bangkok-central.com/Bangkok-Shopping.html Der Catch ist, sie duerfen nicht aufgeben wenn schon drei ...me luu.. sagen denn in der Regel haben die sowieso keine Ahnung von was sie reden, schauen sie nach einen Shop wo entweder ein Chinese oder Inder der / die Boss ist.
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Fotostrecke
Flut in Thailand: Regierung gibt Bangkok auf

Bevölkerung: 68,139 Mio.

Fläche: 513.000 km²

Hauptstadt: Bangkok

Staatsoberhaupt: König Bhumibol Adulyadej

Regierungschef: Armeechef Prayuth Chan-ocha (seit 22. Mai 2014)

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