Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Folge einer Gehirnentzündung: Knut starb durch Ertrinken

Er kollabierte, fiel ins Wasserbecken seines Geheges und ertrank: Nach der Sektion von Knuts Kadaver steht die Todesursache des berühmten Eisbären fest. Eine Gehirnentzündung führte zum Zusammenbruch. Sie wurde offenbar durch eine Infektion hervorgerufen.

Eisbär Knut: Gewissheit über Todesursache Fotos
AFP

Berlin - Nun besteht Gewissheit: Der berühmte Berliner Eisbär Knut litt an einer Gehirnentzündung - einer Reizung und Schwellung des Gehirns. Das sagte die leitende Pathologin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Claudia Szentiks, am Freitag unter Berufung auf das Sektionsergebnis. Die Entzündung habe über mehrere Wochen zu Zerstörungen in Knuts Gehirn geführt.

Als der Eisbär dann plötzlich ins Wasser stürzte, sei er ertrunken, sagte Szentiks. Die Entzündung, an der das Tier litt, war nach Angaben der Expertin sehr massiv und wäre für Knut "über kurz oder lang" tödlich ausgegangen, auch wenn er nicht ins Wasser gestürzt wäre. Zudem sei der Eisbär schon länger krank gewesen.

Die Gehirnentzündung sei vermutlich durch eine Infektion entstanden, fügte sie hinzu. Es sei unklar, was genau die Schwellung hervorgerufen habe. Als Ursache seien aber Tollwut, Nahrungsmittelvergiftung und eine Prionenerkrankung ausgeschlossen. Das Rückenmark sei in der Folge der Entzündung krankhaft geschädigt worden.

Die weiteren Untersuchungen des Tierkörpers in dem Institut könnten sich noch über Monate hinziehen, hieß es weiter. Die Wissenschaftler schließen zudem nicht aus, dass auch die drei Eisbärinnen, mit denen Knut in einem Gehege zusammenlebte, infiziert sein könnten.

Bei ersten Untersuchungen im IZW waren bereits Veränderungen in Knuts Gehirn festgestellt worden. Es gebe keine Hinweise auf übermäßigen Stress als mögliche Krankheitsursache, hieß es. IZW-Präsident Heribert Hofer ergänzte, dass keine Missbildung auf Grundlage von Gen-Defekten entdeckt worden sei.

Szentiks wies Vorwürfe von Tierschutzgruppen zurück, wonach Knut durch das Leben im Zoo traumatisiert gewesen sei. Es gebe keine Hinweise auf chronischen Stress.

Tierschützer hatten die Haltung von Eisbären in einem Gehege scharf kritisiert. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, hatte dem Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz Ignoranz und "eine Zucht des eigenen Renommees" vorgeworfen. Blaszkiewitz gehe es nicht um Artenschutz und Tierwohl, sondern um Eisbären als Publikumsmagneten. Der Zoo hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Der weltweit bekannte Eisbär war am 19. März überraschend vor den Augen von Zoobesuchern gestorben. Zunächst hatte er sich mehrfach im Kreis gedreht und war dann in das Wasserbecken des Geheges gestürzt.

ulz/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Tony 01.04.2011
Zitat von sysopEr kollabierte, fiel ins Wasserbecken seines Geheges und ertrank: Nach der Sektion von Knuts Kadaver steht die Todesursache des berühmten Eisbären fest. Eine Gehirnentzündung führte zum Zusammenbruch. Sie wurde*offenbar durch eine Infektion hervorgerufen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,754273,00.html
Gehirnentzündung....Wahrscheinlich haben sich auch einige der Knut-Fans damit infiziert.
2. ...
fraunicole 01.04.2011
Wenn ein Tier in einem Zoo gehalten wird, ist eine medizinische Versorgung möglich. Wie es sich nun darstellt, hat Knut schon eine geraume Zeit eine Erkrankung gehabt die sowohl eine Gehirnentzündung wie auch das Rückenmark erheblich geschädigt hat und dies muss auch Begleiterscheinungen haben. Da stellt sich mir doch die Frage, warum das keinem der Pfleger aufgefallen ist.
3. Und ?
stefanaugsburg 01.04.2011
Ja mei, ein Eisbär, der mal recht knuddelig war, ist nun gestorben. Und gut is .... gähn ...
4. Titel in Konstanz
Bins 01.04.2011
Zitat von sysopEr kollabierte, fiel ins Wasserbecken seines Geheges und ertrank: Nach der Sektion von Knuts Kadaver steht die Todesursache des berühmten Eisbären fest. Eine Gehirnentzündung führte zum Zusammenbruch. Sie wurde*offenbar durch eine Infektion hervorgerufen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,754273,00.html
Mist. Ich habe gewußt, dass er sich bei den Fans angesteckt hat. Bei denen ist das Gehirn seit Jahren entzündet...
5. Auf Thema antworten
Holperik, 01.04.2011
Zitat von fraunicoleWenn ein Tier in einem Zoo gehalten wird, ist eine medizinische Versorgung möglich. Wie es sich nun darstellt, hat Knut schon eine geraume Zeit eine Erkrankung gehabt die sowohl eine Gehirnentzündung wie auch das Rückenmark erheblich geschädigt hat und dies muss auch Begleiterscheinungen haben. Da stellt sich mir doch die Frage, warum das keinem der Pfleger aufgefallen ist.
Weil Wildtiere, auch Eisbären, Krankheitssymptome erst dann zeigen, wenn die Erkrankung sehr weit fortgeschritten ist. Wir Menschen lägen dann schon lange auf der Intensivstation, da wird bei Tieren erst oft bemerkt, dass sie überhaupt krank sind.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Twitter trauert um Knut


mehr über SPIEGEL ONLINE auf Twitter...


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: