Feiertag in Gefahr: Bayern bangen um Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt in Bayern (Archivbild): Manche Gemeinden fürchten um den Feiertag Zur Großansicht
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Mariä Himmelfahrt in Bayern (Archivbild): Manche Gemeinden fürchten um den Feiertag

Den 15. August 2013 sollten sich manche Bayern in ihrem Kalender markieren: Es könnte das vorerst letzte Mal sein, dass für sie Mariä Himmelfahrt ein Feiertag ist. In mehreren Gemeinden sind dem Zensus zufolge doch die Protestanten in der Mehrheit - und damit wackelt der gesetzliche Feiertag.

Natürlich ist Bayern ein katholisches Bundesland, aber so katholisch wie bislang angenommen dann auch wieder nicht: Bei der Volkszählung 1987 waren noch 67,2 Prozent der Bürger im Freistaat als römisch-katholisch registriert worden. Laut den jüngsten Zahlen aus dem Zensus 2011 ist deren Anteil inzwischen deutlich auf 54,8 Prozent gesunken. Und das hat Folgen: Für manche Bayern könnte die rückläufige Zahl der Katholiken künftig den Wegfall eines Feiertags bedeuten.

Es geht um Mariä Himmelfahrt. Der Tag wird laut dem bayerischen Feiertagsgesetz ausschließlich in Städten und Gemeinden mit katholischer Mehrheit gefeiert. Mit dieser Mehrheit könnte es den Zensuszahlen zufolge in einigen Gemeinden bald vorbei sein. "Wir haben rund zehn Gemeinden identifiziert, die betroffen sein könnten", sagt Gunnar Loibl, Sprecher des bayerischen Landesamtes für Statistik.

Es handele sich um Gemeinden in Mittel- und Unterfranken, sagt Loibl. Nähere Angaben will er derzeit noch nicht machen, die Zahlen seien noch vorläufig. Umgekehrt gebe es aber auch Fälle von Gemeinden, die bislang als mehrheitlich protestantisch galten, den neuesten Zahlen zufolge aber doch überwiegend von Katholiken bewohnt werden. Dort gibt es dann künftig mit Mariä Himmelfahrt einen zusätzlichen freien Tag.

Derzeit gilt in 1700 Gemeinden Bayerns Mariä Himmelfahrt als Feiertag. In 356 Gemeinden, darunter etwa Nürnberg und Bayreuth, wird gearbeitet.

2013, so viel ist sicher, muss niemand in Mittel- oder Unterfranken damit rechnen, um seinen bereits eingeplanten Feiertag am 15. August gebracht zu werden. Endgültige Zahlen, so Loibl, würden erst für das kommende Jahr vorliegen. 2014 ist dann also mancherorts Schluss mit Mariä Himmelfahrt. Die Bayern dürften es verkraften: Im Vergleich der Bundesländer liegt der Freistaat bei den Feiertagen ganz vorn.

hen

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