Weihnachtsaktion Frank Zander serviert Gänsebraten für 3000 Obdachlose

Der Sänger Frank Zander hat - wie seit mehr als 20 Jahren - Berliner Obdachlose zu Gänsebraten, Klößen und Rotkohl eingeladen. Politiker packten als Kellner an und verschenkten Unterwäsche.

DPA

In Berlin leben zwischen 4000 und 8000 Menschen auf der Straße. Hinzu kommen mehrere Tausend sozial Bedürftige. Damit auch sie ein Weihnachtsfest erleben, hatte Sänger und Entertainer Frank Zander zu Gänsebraten und Showprogramm eingeladen.

Der Entertainer Frank Zander wurde am Freitagabend im Estrel-Hotel in Berlin-Neukölln zum Star zum Anfassen. Er ging durch die Reihen, umarmte seine Gäste, hörte sich Geschichten an. Für viele von ihnen war es wohl das Weihnachtsfest, das sie sonst nicht hätten haben können. Einige Obdachlose weinten vor Freude und wollten den Sänger nicht mehr loslassen. "Mach ick doch jerne!", sagte der immer wieder.

Die gespendeten 2800 Gänsekeulen, 8000 Klöße, 1000 Kilogramm Rotkohl und 850 Liter Bier wurden prunkvoll in den Saal getragen, es folgte eine Art Rollentausch. Die etwa 3000 Obdachlosen ließen sich von Prominenten bedienen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (alle SPD) packten mit an und jonglierten die voll gehäuften Teller. Auch soziale und kirchliche Einrichtungen unterstützten die mittlerweile 24. Feier. Laut Zander ist es das größte Weihnachtsfest für Obdachlose in Europa.

Fotostrecke

8  Bilder
Gansessen für Obdachlose: Verkehrte Welt im Viersternehotel

Nach einer Showeinlage, bei der neben der Band Revolverheld auch Zander selbst sang, verteilten die gut 250 Freiwilligen Geschenktüten, in denen Unterwäsche und Schlafsäcke verpackt waren. Sponsoren hatten für die Bescherung palettenweise Süßes und winterfeste Kleidung zur Verfügung gestellt. Es folgte ein Nachtisch, den die provisorischen Kellner mit einem Tischfeuerwerk in den Saal fuhren.

Zander verabschiedete seine Gäste mit dem Song "Nur nach Hause gehn wir nicht", bei dem viele im Saal mitsangen, um den letzten Moment am vergänglichen Luxus auszukosten.

mje/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.