Sofortiger Boardingstopp Polizeieinsatz - Teile des Flughafens Frankfurt geräumt

Eines der Abfertigungsgebäude des Frankfurter Flughafens wird geräumt. Die Bundespolizei teilte mit, es komme zu "polizeilichen Einsatzmaßnahmen". Dazu gehöre ein sofortiger Boardingstopp. Dutzende Flüge wurden annulliert. 

Tausende Passagiere stehen dicht gedrängt in Halle A im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt.
DPA

Tausende Passagiere stehen dicht gedrängt in Halle A im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt.


Am Frankfurter Flughafen läuft eine Teilräumung in einem der Abfertigungsgebäude. "Im Bereich A des Terminal 1 am Flughafen Frankfurt kommt es zu polizeilichen Einsatzmaßnahmen", teilte die Bundespolizei auf Twitter mit. Dazu gehöre ein sofortiger Boardingstopp und die Räumung des Sicherheitsbereiches in Ebene zwei und drei.

Mindestens eine Person sei unberechtigt in den Sicherheitsbereich gelangt, bestätigte eine Sprecherin der Bundespolizei dem SPIEGEL. Die Sicherheitskontrollen seien noch nicht abgeschlossen gewesen. Deshalb habe die Einsatzführung entschieden, das Boarding zu stoppen und den Sicherheitsbereich zu räumen.

In einer weiteren Mitteilung rief die Bundespolizei Passagiere dazu auf, die Anweisungen des Sicherheitspersonals zu beachten.

Der Flughafenbetreiber Fraport bestätigte die Räumung und den Boardingstopp. Das Boarding sei gegen 11.30 Uhr eingestellt worden, sagte eine Sprecherin. Dem Unternehmen zufolge wurden bis 13.30 Uhr 49 Flüge gestrichen, von rund 1500 geplanten Flugbewegungen an diesem Tag. "Wir haben in den Terminals zusätzliches Personal unterwegs, das Snacks und Getränke verteilt. Auch medizinische Dienste sind vor Ort", sagte ein Fraport-Sprecher.

Wegen der Teilräumung hat die Lufthansa große Teile ihrer Abfertigung gestoppt. In den Bereichen A und Z können Passagiere nicht mehr ein- oder aussteigen, teilte das Unternehmen mit. Ankommende Flugzeuge müssten auf dem Vorfeld mit den Passagieren an Bord warten. Über Verspätungen und Flugausfälle könne man noch nichts sagen. Am Frankfurter Flughafen gibt es zudem ein zweites, von der Sperrung nicht betroffenes Terminal.

Der Krisenstab der Lufthansa buchte vorsorglich größere Hotelkapazitäten im Rhein-Main-Gebiet, um gestrandete Passagiere unterbringen zu können. In den Teilbereichen B und C seien die Gates weiterhin geöffnet, so dass dort auch Passagiere abgefertigt werden könnten, sagte einen Sprecherin. Auch ankommende Maschinen sollen in diese Bereiche umgeleitet werden, wenn dies möglich sei. Passagiere, die in Frankfurt umsteigen sollten, würden über andere Drehkreuze wie München, Zürich oder Wien geleitet.

Für die Passagierkontrollen im fraglichen Bereich ist die Fraport selbst und ihre Tochtergesellschaft FraSec zuständig. Über Details könne man noch nichts sagen, erklärte ein Fraport-Sprecher.

Am Münchner Flughafen war im Juli ein Terminal geräumt worden, weil eine Frau ohne Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt war. Mindestens 200 Flüge fielen aus, bei rund 60 Flügen kam es zu Verspätungen. Erst rund zwei Stunden nach dem Vorfall wurde der Sicherheitsbereich wieder freigegeben.

Vor fast genau zwei Jahren kam es ebenfalls am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens zu einer ähnlichen Situation. Damals war eine Frau nach der Kontrolle ihres Handgepäcks in den Sicherheitsbereich weitergegangen, obwohl ihre Kontrolle nicht abgeschlossen war. Von der Evakuierung des Terminals waren damals rund 5000 Passagiere betroffen.

bbr/dpa/Reuters



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