Emmanuel Cauchy Berühmter Bergrettungsarzt stirbt in Lawine

Emmanuel Cauchy rettete mehreren Bergsteigern und Skifahrern das Leben. Nun ist der Bergrettungsarzt selbst Opfer einer Lawine geworden.

Rettungshubschrauber am Mont Blanc (Archivbild)
DPA

Rettungshubschrauber am Mont Blanc (Archivbild)


Ein französischer Arzt, der sein Leben der Rettung von Bergsteigern widmete, starb an diesem Montag in einer alpinen Lawine beim Skifahren abseits der Piste. Emmanuel Cauchy wurde von einer massiven Mauer aus Schnee und Eis getroffen, die nahe des Skigebiets Chamonix in Ostfrankreich herab ging.

Vier weitere Skifahrer, darunter drei Männer und eine Frau, wurden verletzt. Sie wurden nach einer erfolgreichen Suchaktion mit Hunden mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Cauchy war bekannt für die Behandlung verletzter Bergsteiger, jüngst behandelte er die französische Bergsteigerin Elisabeth Revol, nachdem sie im Januar einen Sturm im Himalaya überlebt hatte, bei dem ihr polnischer Kletterpartner ums Leben kam.

Elisabeth Revol im Krankenhaus in Frankreich: Die Bergsteigerin verbrachte insgesamt drei Nächte im Eis.
AFP

Elisabeth Revol im Krankenhaus in Frankreich: Die Bergsteigerin verbrachte insgesamt drei Nächte im Eis.

Der 58-Jährige Cauchy war als "Docteur Vertical" bekannt, er gründete ein Ausbildungsinstitut namens Ifremmont, um Bergrettungsärzte auszubilden und sein Fachwissen weiterzugeben. Sein Spezialgebiet war die Behandlung von Erfrierungen.

Cauchy gehörte der Bergrettungseinheit PGHM (Peloton de gendarmerie de haute montagne) an. Laut Statistik lassen jedes Jahr 100 Menschen ihr Leben am Berg - vor allem durch riskante Touren von oft untrainierten Menschen. "Auf die Risikosportarten waren wir überhaupt nicht vorbereitet", sagte Cauchy 2008 der Zeitschrift "Hörzu". "Wir mussten diese Sportarten erst einmal richtig verstehen, um damit umgehen zu können."

Bereits mehr als ein Dutzend Menschen sind in diesem Jahr in den französischen Alpen in Lawinen ums Leben gekommen.

Im Video: Air Zermatt - Luftrettung Matterhorn

SPIEGEL TV

hej/AP



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rgom 02.04.2018
1. "Docteuer Vertical"
nicht Vertico. - - - - - - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert! MfG Redaktion Forum
achterhoeker 02.04.2018
2. Abseits der Piste
Berge kennen keine Gnade.
ernstmoritzarndt 02.04.2018
3. Risikosport
Leider mußte man auch in diesem Falle lesen, daß der betroffene Arzt und Bergretter anlässlich einer Fahrt abseits der üblichen Pisten pp. verunglückt ist. Man kann es gar nicht oft genug sagen und schreiben: Wer abseits der üblichen und erprobten Schigebiete unterwegs ist, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch Mitmenschen (Bergretter) in Gefahr. Wer einigermaßen aufmerksam die klassischen Schigebiete befährt, muß immer wieder feststellen, daß es unverantwortliche Personen gibt, die abseits der Pisten unterwegs sind. Natürlich, der Nervenkitzel, die Fahrt im unberührten Gelände - das ist alles toll. Aber: die Konsequenzen sind unüberschaubar. Wenn diese Personen ausschließlich sich selbst in Gefahr bringen, ist das ja noch vertretbar. Immerhin ist jeder Mensch seines eigenen Glückes Schmied. Ob das nun beim verrückten Autofahren, Abenteuern auf dem Wasser oder (wie hier) auf den Bergen im Schnee geschieht. Unverantwortlich ist das Verhalten dann, wenn man weitere Personen in Gefahren bringt, insbesondere professionelle Bergretter.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.