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Models in Frankreich: 55 Kilo bei 1,75 Meter - mindestens

Gesetz in Frankreich: Ende des Magerwahns Fotos
AFP

Rund 40.000 Franzosen leiden laut Gesundheitsministerium an Anorexie. Nun will die Behörde Magermodels per Gesetz verbieten.

Paris - Mode gehört zu Frankreich wie Camembert oder Chardonnay. Die Branche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig für das Land, sie transportiert ein elegantes Image: Fashion aus Frankreich - c'est chic. Gerade noch führten die größten Häuser der Szene ihr Können bei der Pariser Fashion Week vor.

Nun plant Frankreichs Gesundheitsministerium ein Gesetz, das strenge Regeln für das Modebusiness nach sich ziehen könnte. Das Werben mit magersüchtigen Models soll strafbar werden. Damit folgt Frankreich Vorstößen von Israel und Spanien, die ihrerseits gegen die Glorifizierung überdünner Frauen vorgingen.

Nach dem Gesetzentwurf soll es für Modelagenturen illegal sein, Models mit Essstörungen zu beschäftigen. Die Agenturen müssen dann einen medizinischen Nachweis für ihre Kunden erbringen. Ausschlaggebend soll das Verhältnis von Gewicht und Größe sein.

Olivier Véran, Arzt und Mitglied der sozialistischen Partei, sagte "Le Parisien", der Body-Mass-Index einer Frau müsse nachweislich mindestens bei dem Wert 18 liegen. Das würde bedeuten, dass eine 1,75 große Frau um die 55 Kilo wiegen muss.

Eine zweite Klausel zielt auf die "Glorifizierung übertriebener Dünnheit". Gemeint sind Blogs und Webseiten, die Essstörungen wie Anorexie und Bulimie promoten. Verstöße sollen mit bis zu sechs Monaten Gefängnis und 75.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.

Die Vorstöße sind Teil einer Gesundheitsreform, ein entsprechendes Gesetz soll Ende März im französischen Parlament zur Diskussion vorgelegt werden. Es sei wichtig dass Models sich gut ernähren und auf ihre Gesundheit achten, sagte Gesundheitsministerin Marisol Touraine dem Sender BFM TV. "Vor allem für junge Frauen, die zu den Models auf der Suche nach einem ästhetischen Ideal aufblicken."

Den Behörden zufolge leiden in Frankreich bis zu 40.000 Menschen unter Magersucht. 90 Prozent davon sind Frauen. Vor einigen Jahren hatte der Fall des französischen Models Isabelle Caro weltweit für Entsetzen gesorgt. Caro hatte sich 2007 für eine Anti-Anorexie-Kampagne ablichten lassen - bei 1,63 Meter hatte sie da gerade mal 31 Kilo gewogen. Mit 28 Jahren starb die Französin 2010 an den Folgen einer Lungenentzündung.

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Mit Gesetzen gegen zu dünne Models

In Frankreich gibt es den Vorstoß, Magermodels per Gesetz von Laufstegen und aus Werbekampagnen zu verbannen. Was denken Sie: Sollte sich der Staat bei dem Thema einmischen?

gam/AP

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insgesamt 56 Beiträge
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1. Ist denn Anorexie in Frankreich verbreiteter als anderswo?
Jasro 17.03.2015
Gibt es denn, prozentual gesehen, in der Bevölkerung Frankreichs mehr Menschen, die an Anorexie leiden als in Deutschland oder sonst einem anderen Land?
2. Verstehe ich eh nicht
Duracellhase 17.03.2015
Das Schönheitsideal habe ich eh noch nie verstanden. Es muss ja nicht gleich fett sein, aber um wieviel anziehender ist doch eine Frau, an der auch "etwas dran" ist. Hungerhaken kann ich dagegen gar nichts abgewinnen. Ausstrahlung hat auch nichts mit Körpergewicht zu tun, ein bisschen mehr Zufriedenheit mit sich selbst, das ist es, was positiv nach Außen strahlt. Frauen, lasst Euch nicht das Gehirn waschen! Dann braucht's auch kein weiteres gesetzliches Verbot.
3.
openminded 17.03.2015
Klingt vernünftig. Aber warum soll nur ein BMI-Mindestwert eingeführt werden? Auch Fettleibigkeit ist (ab einem gewissen Grad) gesundheitsschädlich.
4.
iconoclasm 17.03.2015
Das Verhältnis von Gewicht und Größe ist doch keine aussagekräftige Indikation für eine Essstörung. Effektiv ist das ein Berufsverbot für Frauen die von Natur aus sehr schlank sind. Diese Entwicklung alles durch den Staat regeln zu wollen ist beängstigend.
5. wer nicht hören will...
swische 17.03.2015
muß fühlen. Wird Zeit für ein solches Gesetz auch in Deutschland oder am besten vom EU-Parlament. Die jungen Frauen wären besser geschützt vor Psychodruck und Magerwahn und die eingesparten Kosten im Gesundheitssystem wären enorm. Eine klassische Win-Win Situation. Als Mediziner kann ich den Vorstoß nur befürworten.
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Essstörungen
Anorexie
Anorexia nervosa, Magersucht

Die Magersucht ist eine krankhafte Essstörung, die durch radikales Hungern und starken Gewichtsverlust gekennzeichnet ist. Experten gehen davon aus, dass 0,5 bis 0,75 Prozent aller jungen Frauen unter der Krankheit leiden. Auch Jungen und junge Männer leiden zunehmend darunter.

Die Ursachen der Magersucht sind vielfältig. Sie basieren auf genetischen Faktoren, psychischen Störungen und generellen gesellschaftlichen Einflüssen. Viele der Betroffenen leiden unter einer Körperschemastörung: Sie fühlen sich auch bei extremem Untergewicht zu dick.

Laut allgemeinen Kriterien gilt jemand ab einem Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger als magersüchtig. Ein weiterer Indikator ist ein Körpergewicht, das um mindestens 15 Prozent unter dem für das Alter zu erwarteten Normalgewicht liegt. Folgen der Magersucht sind unter anderem Hormonstörungen, die zum Ausbleiben der Menstruation führen, Durchblutungsstörungen, Muskelschwäche und Mangelerscheinungen, die unter anderem auch an kaputtem Haar erkennbar werden.

In 10 bis 15 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich.
Bulimie
Bulimia nervosa, Bulimie, Ess-Brech-Sucht

Die Erkrankung ist durch wiederholte Ess-Attacken gekennzeichnet, auf die Erbrechen selbst herbeigeführt wird. Um eine Gewichtszunahme zu verhindern, werden auch Abführmittel und Appetitzügler eingesetzt, sowie exzessiv viel Sport getrieben. Das Erbrechen kann auch auf die Einnahme einer ganz normalen Mahlzeit erfolgen.

Zeitdauer und Frequenz der einzelnen Attacken sind variabel. An Bulimie erkrankte Menschen können unter-, normal- oder übergewichtig sein. Die Ursachen der Bulimie sind mit denen der Magersucht vergleichbar. Häufig geht der Bulimie extremes Übergewicht oder eine anorektische Phase voraus. Sie kann auch mit Phasen der Magersucht abwechseln.

Die Bulimie hat deutliche körperliche Konsequenzen: Das wiederholte Erbrechen kann zu Herz-Rhythmus-Störungen und Entzündungen der Speiseröhre führen. Die erhöhte Magensäure im Mund hat häufig Zahnschäden zur Folge.

Binge-Eating
Sogenannte Binge-Eater konsumieren innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrung. Dabei können die Betroffenen nicht kontrollieren, wie viel sie essen. Im Gegensatz zur Bulimie wird hier das Gegessene nicht wieder erbrochen, so dass längerfristig Übergewicht eine Folge der Erkrankung ist. Das Binge-Eating gilt als die am häufigsten auftretende Essstörung. Anders als bei der Magersucht oder bei der Bulimie sind von einer Binge-Eating-Störung auch viele Männer betroffen.
Body-Mass-Index (BMI)
Der BMI ist definiert als Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Normalgewichtige haben einen BMI zwischen 18,5 und 24,9. Ab einem BMI von 25 gelten Personen als übergewichtig. Ab einem BMI von mehr als 30 oder weniger als 18,5 gilt der Betroffene als behandlungsbedürftig.


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