Racheangriff Französische Hooligans verwüsten die falsche Hochzeit

Während die Hochzeitsgesellschaft noch in der Kirche war, stürmten Maskierte den Ort der Feier und zertrümmerten das Büfett. Die Rache eines Ex-Liebhabers? Nein, die fehlgeleitete Aktion verärgerter Hooligans.

Kirche in Denicé: Hooligans verwüsten Hochzeitsbüfett
CC BY-SA 3.0/ Perequart

Kirche in Denicé: Hooligans verwüsten Hochzeitsbüfett


Mit einem brutalen Angriff auf eine Hochzeit haben Hooligans in Frankreich einem gegnerischen Fußballfan eine Abreibung verpassen wollen - dabei aber versehentlich die falsche Feier erwischt. Neun Ultras des französischen Fußballvereins AS Saint-Étienne wurden nun zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie die Hochzeit eines Lyon-Hooligans zerstören wollten.

Der Angriff ereignete sich Anfang September in der Gemeinde Denicé nördlich von Lyon. Rund 15 maskierte und mit Eisenstangen bewaffnete Männer attackierten den Ort der Hochzeitsfeier und zerstörten das Hochzeitsbüfett, während das Brautpaar und die Gäste sich noch in der Kirche befanden. Die Ermittler sprachen später von einer paramilitärisch organisierten Kommando-Aktion, verletzt wurde aber niemand.

Die frischgetrauten Brautleute wunderten sich beim Anblick des zerschlagenen Büfetts, wer eine solche Wut gegen sie hegen könnte. Später kam heraus: Es war eine Verwechslung. Denn eigentlich zielten die Ultras des Saint-Étienne-Fanklubs namens Magic Fans auf den Hooligan Maxime G. ab. Der war früher selbst Mitglied der Magic Fans - und wechselte dann ins gegnerische Lager.

Für die Hooligans ist G. damit ein "Verräter" und "Abtrünniger", denn zwischen den Fans der Fußballklubs AS Saint-Étienne und Olympique Lyonnais herrscht traditionell Feindschaft. Zwischenzeitlich stand sogar der Verdacht im Raum, dass Maxime G. die gegnerischen Hooligans absichtlich auf eine falsche Spur setzte - und sie zur falschen Hochzeit lenkte. Das wegen Gewalttaten verurteilte Mitglied einer rechtsextremen Gruppierung hat das aber bestritten.

gam/ulz/AFP

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