Frauenfeindliche TV-Sendung "Wie beim Kamelhandel"

Politikerinnen fordern, dass die umstrittene TV-Sendung "Der Bachelor" abgesetzt wird. Doch RTL will an der Show festhalten, in der Frauen um die Gunst eines angeblich wohlhabenden jungen Mannes buhlen.


Junggeselle mit Kandidatin: Entspannung im Pool
RTL

Junggeselle mit Kandidatin: Entspannung im Pool

Köln - Der Sender habe die Kritik zur Kenntnis genommen, über eine Einstellung der Show werde derzeit aber nicht nachgedacht, sagte Presseredakteurin Tina Land der Nachrichtenagentur ddp. Politikerinnen verschiedener Parteien hatten in der "Bild"-Zeitung gefordert, die Kuppel-Show auch in Deutschland abzusetzen, in der der angeblich vermögende Marcel sich von willigen Frauen umgarnen lässt. In Österreich fordern Politikerinnen ebenfalls seit Wochen, die Show aus dem Programm von ORF1 zu schmeißen.

"Alice Schwarzer scheint umsonst gekämpft zu haben, wenn das Selbstbewusstsein der Frauen, die in dieser Sendung benutzt werden, noch nicht weiter ist", sagte Katherina Reiche (CDU). Ihre Forderung: "Stoppt diesen Unsinn!" Auch Sabine Bätzing (SPD) hatte kritisiert: "Das Frauenbild, das dem Publikum vermittelt wird, ist erschreckend und erinnert mich an den arabischen Kamelhandel." Es sei bedauerlich, dass sich Mädchen für so etwas hergäben. "Ich werde in unserer Arbeitsgruppe anregen, die Absetzung der Sendung zu fordern", sagte sie.

In "Der Bachelor" bieten sich die Frauen seit November dem angeblichen Millionär an. Der Mann, dessen Eltern abstreiten, dass er vermögend ist, wählt aus dem Kandidatinnenfeld aus. Die letzten vier Frauen soll er den Planungen gemäß Ende Dezember seiner Familie vorstellen.



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