Frida-Kahlo-Barbie Ärger um eine Puppe

Frida Kahlo als Barbie - eine gute Idee? Zumindest in der aktuellen Form nicht, findet die Familie der Malerin. Gestritten wird nicht nur um die Bildrechte.


Flugpionierin Amelia Earhart, Malerin Frida Kahlo und Mathematikerin Katherine Johnson - Barbie-Hersteller Mattel widmet in seiner Serie "inspirierende Frauen" historischen Persönlichkeiten eine Figur. Doch nicht jeder ist begeistert von den Puppen. Angehörige von Kahlo teilten mit, der Spielzeugkonzern habe nicht die "Befugnis, das Bild von Frida Kahlo zu nutzen". In einer Stellungnahme heißt es weiter, die Familie wolle "notwendige Maßnahmen" ergreifen.

Doch das Problem sind laut der Enkelin von Kahlos Schwester Cristina, nicht nur die Bildrechte. Die neue Frida-Kahlo-Puppe von Mattel stelle zudem nicht das dar, wofür die Künstlerin stehe, sagte Mara de Anda Romeo. Ihr Anwalt Pablo Sangri teilte mit, seine Mandantin wolle kein Geld, sondern mit Mattel über eine Umgestaltung der Puppe sprechen.

Sie hätte sich eine Puppe mit den charakteristischen Augenbrauen gewünscht und mit Kleidung aus mexikanischer Handwerkskunst, sagte Romeo. "Es sollte eine Puppe sein, die alles repräsentiert, was meine Tante repräsentiert hat." Mit einem schmalen Gesicht, Mandelaugen und nur ein paar Haaren zwischen den Brauen sieht die Barbie nur entfernt wie die echte Frida Kahlo aus.

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"Inspirierende Frauen": Kritisiertes Kahlo-Abbild

Mattel teilte in einer Stellungnahme mit, es habe mit der Frida Kahlo Corporation zusammengearbeitet, die "alle Rechte besitzt". Sie erhebt ebenfalls Anspruch auf die Bildrechte der Künstlerin, und teilte mit, "in enger Zusammenarbeit" mit Mattel an der Entwicklung der Puppe mitgearbeitet zu haben.

Nach Angaben von Romeos Rechtsanwalt wurde die Frida Kahlo Corporation im Jahr 2005 von Kahlos Familie und der Firma Casablanca Distributors zusammen gegründet. Das Unternehmen habe allerdings gegen den inzwischen ausgelaufenen Vertrag verstoßen und ohnehin "nie die Rechte an Fridas Bild gehalten".

Kahlo gilt als eine der großen Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr unverwechselbares Aussehen hat sie in den vergangenen Jahren zu einer Pop-Ikone gemacht, deren Abbild auf Konsumgüter von Nagellack über Schuhe bis hin zu Kaffeetassen gedruckt wird - laut Romeo ohne Erlaubnis der Familie.

bbr/AP/AFP



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