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Friedman: Zusammenbruch nach Talk-Sendung

Die Ermittlungen wegen Drogenbesitzes setzen dem Talkmaster Michel Friedman offenbar extrem zu. Nach seinem letzten Live-Auftritt in der ARD soll er einen Zusammenbruch erlitten haben.

Frankfurt am Main - Der Moderator sei nach Ende der Sendung "Friedman" in der Nacht zum Donnerstag zusammengebrochen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag unter Berufung auf den Hessischen Rundfunk. Er sei gesundheitlich schwer angeschlagen nach Südeuropa, möglicherweise nach Südfrankreich abgereist, hieß es weiter.

Auch Friedmans Lebensgefährtin Bärbel Schäfer soll unter Schock stehen. Der TV-Moderatorin gehe es sehr schlecht, sie sei zu ihrer Mutter nach Norddeutschland gereist, berichtete die "Bild"-Zeitung. Nach Informationen des Blattes will Friedman einen Prozess gegen sich unbedingt vermeiden. Möglicherweise werde der Moderator einen Strafbefehl akzeptieren, schrieb das Blatt.

Zoff in der Justiz

Wegen der Durchsuchungen von Friedmans Büro und Wohnung soll es auch einen heftigen Streit zwischen den Justizbehörden in Berlin und Frankfurt am Main gegeben haben. Der "Frankfurter Rundschau" zufolge beschwerte sich der Chef der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Hubert Harth, bei seinem Berliner Kollegen Hansjürgen Karge darüber, dass die Ermittler in der hessischen Metropole nicht vorab über die Durchsuchung in Friedmans Frankfurter Anwaltskanzlei und Wohnung informiert worden waren. Karge habe sich daraufhin telefonisch für das Versehen entschuldigt.

Bei der Durchsuchung waren am Mittwoch Reste eines Kokain-Gemischs gefunden worden. Die Maßnahme hatte die Staatsanwaltschaft Berlin angestrengt, weil sich ein Verdacht aus einem in Berlin geführten Verfahren gegen die organisierte Kriminalität ergeben hatte. Die Berliner Behörde hatte die Frankfurter Polizei offenbar erst unmittelbar vor der Durchsuchung informiert.

Der Berliner Justizsprecher Björn Retzlaff sagte der Zeitung, dass die Frankfurter Ermittler wegen der besonderen Eilbedürftigkeit nicht unterrichtet worden seien. Das Verfahren gegen Friedman werde als Teil des Gesamtverfahrens in Berlin weitergeführt. Dabei geht es um einen Menschenhändlerring aus Osteuropa.

Experte nennt Haarprobe unverhältnismäßig

Bei der Durchsuchung hatte Friedmann auch eine Haarprobe abgegeben. Dies kritisierte der Wiesbadener Strafrechtler Gerhard Grüner scharf. Er habe schwerste Bedenken, ob dabei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt worden sei, sagte Grüner der Tageszeitung "Die Welt". Er habe den Verdacht, dass Friedman mit der Haarprobe gezwungen werden sollte, an seiner eigenen Überführung teilzunehmen.

Nach Angaben der Berliner Justiz war die Abgabe der Probe staatsanwaltlich angeordnet. Friedman habe sich aber freiwillig dazu bereit erklärt. Rechtlich ist aber Drogenkonsum nicht strafbar, sondern nur der Besitz einer "konsumierbaren Menge". Bei Friedman waren nur geringe Pulverreste gefunden worden.

Friedman will sich nach Angaben seines Anwaltes nicht äußern, solange er nicht von seinem Recht zur Akteneinsicht Gebrauch gemacht hat. Der Hessische Rundfunk hatte bisher lediglich eine Erklärung verbreitet, wonach Friedman seine Moderatorentätigkeit bei den Sendungen "Friedman" und "Vorsicht! Friedman" bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen lassen wolle.

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