Frühgeburt auf Kreuzfahrtschiff Haidens dramatischer Start ins Leben

Emily Morgan genießt eine Karibik-Kreuzfahrt, als plötzlich die Wehen einsetzen - Monate vor dem eigentlichen Geburtstermin. Der nächste Hafen ist 14 Stunden entfernt, die Überlebenschancen des Babys sind gering.

Der kleine Haiden Morgan: Frühgeburt auf Kreuzfahrtschiff
AP/Emily Morgan

Der kleine Haiden Morgan: Frühgeburt auf Kreuzfahrtschiff


Als der kleine Haiden zur Welt kommt, wiegt er gerade mal 680 Gramm. Ärzte geben ihm kaum eine Chance: Er ist mehrere Monate zu früh - und die Geburt ereignet sich auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik, 14 Stunden vom nächstgelegenen Hafen in Puerto Rico entfernt.

Doch Haiden lebt. Dank seiner kräftigen Lunge und eines improvisierten Brutkastens habe ihr Baby es geschafft, sagt die US-Amerikanerin Emily Morgan. Der Säugling wird inzwischen auf einer Neugeborenen-Intensivstation in einem Krankenhaus in Miami versorgt.

Die unglaubliche Geschichte des kleinen Haiden begann Ende August: Emily Morgan ging mit ihrem Mann und der drei Jahre alten Tochter auf Kreuzfahrt. Ihr Arzt habe die einwöchige Reise erlaubt, sagt Morgan. Schließlich sei die Schwangerschaft bis dahin ohne Komplikationen verlaufen. Und der Geburtstermin war erst für Mitte Dezember prognostiziert.

"Er hat geschrien, ganz schwach"

Doch am 31. August, mitten auf Hoher See, setzten plötzlich die Wehen ein. An Bord des Kreuzfahrtschiffes befand sich ein Arzt - und die Geburt glückte. Ihr Sohn sei in Handtücher eingewickelt worden und habe eine winzige Sauerstoffmaske bekommen, sagt Morgan. "Er hat geschrien, ganz schwach."

Gemeinsam mit dem medizinischen Personal an Bord baute Morgan einen behelfsmäßigen Brutkasten. Den Kopf des Babys hielten sie mit einer Damenbinde warm. Nach der Ankunft in Puerto Rico brachten zwei Rettungswagen die Familie ins Krankenhaus. Wenige Tage später konnte Haiden in die US-Stadt Miami verlegt werden.

Ihr Sohn mache gute Fortschritte, sagt Morgan. Er bekommt Muttermilch über einen Schlauch in den Magen gepumpt, zwei Esslöffel in 90 Minuten. Die Familie hofft, Ende Oktober in ein Krankenhaus im US-Bundesstaat Utah wechseln zu können, ihrer Heimat.

"Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass das Baby überlebt hat", sagt Bradley Yoder, Direktor der Neugeborenen-Intensivstation an der Universität von Utah. Wenn ein Baby so viel zu früh und so weit entfernt von einem Krankenhaus zur Welt komme, betrage die Überlebenschance weniger als zehn Prozent.

Flughafen in Puerto Rico: Am 4. September wurde Haiden nach Miami gebracht
AP/Emily Morgan

Flughafen in Puerto Rico: Am 4. September wurde Haiden nach Miami gebracht

wit/AP



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