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Fukushima: Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Schrecken in Japan: Ein schweres Erdbeben hat die Region Fukushima erschüttert, wieder mussten die Arbeiter die AKW-Ruine verlassen. Aus Angst vor einem möglichen Tsunami retteten sich Küstenbewohner in höhergelegene Gebiete, inzwischen kam die Entwarnung.

Küstenbewohner observieren das Meer: Tsunamiwarnung für die Präfektur Miyagi Zur Großansicht
AFP

Küstenbewohner observieren das Meer: Tsunamiwarnung für die Präfektur Miyagi

Tokio - Ein neues starkes Erdbeben ist am Sonntag in Japan offenbar glimpflich verlaufen. Ersten Medienberichten zufolge wurde niemand verletzt. Es habe auch keine Schäden gegeben. Bewohner der Küstenregion wurden zunächst aufgefordert, die Gegend zu verlassen. Auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi wurde evakuiert, die Arbeiter in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde hatte das Beben vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu eine Stärke von 7,3. Es ereignete sich am Sonntag um 9.57 Uhr Ortszeit vor der Hauptinsel Honshu.

Vorsorglich hatten die Behörden eine Tsunami-Warnung für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima herausgegeben, die sie später wieder aufhoben. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete von einer zehn Zentimeter hohen Welle an der Küste der Präfektur Iwate im Norden von Honshu.

Die Region war auch von dem Erdbeben am 11. März betroffen. Ein Beben der Stärke 9 und eine rund 14 Meter hohe Tsunamiwelle hatten in der nordöstlichen Region verheerende Schäden angerichtet. Mehr als 23.000 Menschen starben oder gelten seither als vermisst. Beben und Tsunami lösten am AKW Fukushima zudem die größte Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren aus.

Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco zufolge entstanden durch das neue Beben im havarierten Atomkraftwerk keine neuen Probleme, meldete der TV-Sender NHK.

Berichten des Fernsehsenders zufolge gehen die japanische Atomenergiebehörde und Tepco davon aus, dass die Aufräumarbeiten in Fukushima noch Jahrzehnte andauern könnten. Demnach könne man erst 2021 mit der Entnahme der in drei Reaktoren geschmolzenen Brennstäbe beginnen. Bis zum endgültigen Abriss der beschädigten Reaktoren könnten laut NHK-Bericht auch Tepco zufolge noch Jahrzehnte vergehen.

jus/dpa/AFP/dapd/Reuters

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insgesamt 59 Beiträge
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1. Frau Dr. Merkel hat viel Zeit zu debattieren
aaaaaaaaaa 10.07.2011
Zitat von sysopSchrecken in Japan: Ein schweres Erdbeben hat die Region Fukushima erschüttert, wieder mussten die Arbeiter die Akw-Ruine verlassen. Aus Angst vor einem möglichen Tsunami retteten sich Küstenbewohner in höher gelegene Gebiete, inzwischen kam die Entwarnung. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,773472,00.html
Frau Merkel nimmt sich Zeit bis mindestens 2022, vielleicht sogar länger mit der Rest-Strommenge-Methode, bis sie vielleicht irgendwann die gefährlichen Atommeiler vom Netz nimmt. Scheinbar ist ihr die Volksgesundheit nicht so wichtig. Sie möchte nur wiedergewählt werden.
2. 7,3 ....
fritz_64 10.07.2011
---Zitat--- ...Ersten Medienberichten zufolge wurde niemand verletzt. Es habe auch keine Schäden gegeben.... ---Zitatende--- Man stelle sich, vor ein solches Beben würde im Oberrheingraben stattfinden...ob es dann auch heissen würde es wurde niemand verletzt und es entstanden keine Schäden? Ich kann mir nicht vorstellen, das bei dieser Stärke auch in Japan keine Schäden entstanden sind...oder hat das Beben gar nicht unter der Landmasse stattgefunden, sondern weit vor der Küste? Die Tsunamiwarnung spricht wohl eher dafür...welche Auswirkungen ein Beben dieser Stärke, das direkt bei oder unter Fukushima stattfinden würde, für die derangierte Atomanlage hätte möchte ich mir lieber nicht vorstellen....einmal mehr Glück gehabt Japan....zur Erinnerung: ---Zitat--- Das Erdbeben von Kōbe (jap. 阪神・淡路大震災 Hanshin Awaji daishinsai, Hanshin-Awaji-Erdbebenkatastrophe), offizielle Bezeichnung Süd-Hyōgo-Beben (兵庫南部地震 Hyōgo Nambu jishin) ereignete sich am 17. Januar 1995. Das Beben der Nojima-Verwerfung von Awaji zum Berg Rokkō begann um 05:46:52 Uhr Ortszeit, hielt etwa 20 Sekunden an und erreichte eine Stärke von 7,3 nach der japanischen (Lokalbeben-)Magnitudenskala Mj (nach der alten Definition bis 2003), oder Mw 6,9 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Es war das erste Beben seit der Einführung 1949, das auf der JMA-Skala, einer Intensitätsskala, die Stärke 7 erreichte. Sein Epizentrum lag etwa 20 km südwestlich vom Stadtzentrum von Kōbe in der Straße von Akashi, das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 16 km. ---Zitatende---
3. Lustig
hanspeter.b, 10.07.2011
Zitat von aaaaaaaaaaFrau Merkel nimmt sich Zeit bis mindestens 2022, vielleicht sogar länger mit der Rest-Strommenge-Methode, bis sie vielleicht irgendwann die gefährlichen Atommeiler vom Netz nimmt. Scheinbar ist ihr die Volksgesundheit nicht so wichtig. Sie möchte nur wiedergewählt werden.
Es gibt in Deutschland keinen Grund sich wie aufgeschreckte Hühner zu verhalten. Mit starken Erdbeben oder gar Tsunamis ist hier nicht zu rechnen. Übrigens befinden sind auch nach dem kompletten Atomausstieg dutzende Atomreaktoren in Grenznähe munter weiter aktiv, so dass Sie auch danach noch fleißig weiterzittern müssen. Das mit der Volksgesundheit ist so eine Sache. Sie müssten erst mal belegen, dass durch Kernenergie mehr Menschen sterben sind als bisher im (Kohle-)Bergbau (Staublunge) oder künftig durch den Klimawandel. Oder beim Abbau der für Windkraftanlagen benötigten seltenen Metalle.
4. Glaubt irgendwer
marcuss28 10.07.2011
ernsthaft, das die SPD anders gehandelt hätte, wäre sie jetzt allein an der Regierung? Wer das annimmt, glaubt auch das der Osterhase existiert. Und diese Polemik hilft weder der einen noch der anderen Seite weiter. Auch wenn man im Herbst 2010 die Laufzeitverlängerung nicht durchgepeitscht hätte, würden die AKW noch Jahre laufen. Und die Betreiber sich genauso gegen eine schnellere Abschaltung ihrer Goldesel mit Klagen wehren, wie sie es jetzt vorhaben. Und was ja anscheinend allzugerne vergessen, bzw. unter den Tisch gekehrt wird: Wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen allein irgendwo im Raum, denen nichts mehr geschieht wenn die AKW in Germany vom Netz sind. Sondern wir liegen so nett zentral mitten in Europa, das uns sowohl ein Störfall in Tschechien, wie einer in Frankreich, BeNeLux, Polen oder in Skandinavien zum Verhängnis würde. Und würde es bei der richtigen Windrichtung einen Unterschied bei einer Verstrahlung im Ausmaß Fukushimas machen, ob man nun 100 oder 500 KM entfernt wohnt? Einen verschwindend kleinen vielleicht. Aber verstrahlt ist verstrahlt. Und in den meisten der genannten Länder ist man trotz Fukushima dabei, neue Meiler zu bauen. Abschließend gesagt: Es wird auch keiner glauben brauchen, das, wenn wir in Deutschland unseren Nachbarn beweisen sollten, das man auch ohne AKW seine Stromversorgung nicht gefährdet, diese sich an uns ein Beispiel nehmen und ihre auch abschalten.
5. Blab
cardiac 10.07.2011
Zitat von fritz_64Man stelle sich, vor ein solches Beben würde im Oberrheingraben stattfinden...ob es dann auch heissen würde es wurde niemand verletzt und es entstanden keine Schäden? Ich kann mir nicht vorstellen, das bei dieser Stärke auch in Japan keine Schäden entstanden sind...oder hat das Beben gar nicht unter der Landmasse stattgefunden, sondern weit vor der Küste? Die Tsunamiwarnung spricht wohl eher dafür...welche Auswirkungen ein Beben dieser Stärke, das direkt bei oder unter Fukushima stattfinden würde, für die derangierte Atomanlage hätte möchte ich mir lieber nicht vorstellen....einmal mehr Glück gehabt Japan....zur Erinnerung:
http://tenki.jp/earthquake/detail-6928.html Sie haben recht, das Epizentrum ist (wie fast alle der letzten Zeit in diese Region) vor der Küste und schon 'ne Ecke weit weg. Deshalb auch nur maximal 4 auf der Shindo-Skala in epizentrumnahen Regionen. Shindo 4 ist relativ leicht. Als Mensch merkt mans schon, aber Schäden an Baustruktur o.ä. gibt es ind er Regel nicht (in Japan). Wenn in Japan Dinge aus dem Regal fallen oder man vom Fahrrad fällt, spricht man nicht von Schäden. Das ist fast Alltag (ja, etwas übertrieben ;)).
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