Fund in US-Bank Toter steckte 27 Jahre in Schornstein

1984 verschwand im US-Bundesstaat Louisiana der Nationalgardist Joseph Schexnider. 27 Jahre später entdeckte ein Bauarbeiter seine Leiche im 35 mal 35 Zentimeter engen Schornstein einer Bank. Nun sollen die sterblichen Überreste beerdigt werden.

Undatierte Aufnahme von Joseph Schexnider: 1984 verschwunden
DPA/Abbeville Police Department

Undatierte Aufnahme von Joseph Schexnider: 1984 verschwunden


Abbeville - Die Hintergründe des Falls werden vermutlich niemals aufgeklärt: Vor 27 Jahren verschwand Joseph Schexnider in Abbeville im US-Bundesstaat Louisiana. Eine Vermisstenanzeige gab seine Mutter nicht auf, sagt Polizeisprecher David Hardy, sie habe angenommen, ihr Sohn sei auf einem seiner "Rendezvous". Damals sei der 22-Jährige bekannt dafür gewesen, von Zeit zu Zeit die Stadt zu verlassen.

Doch Joseph Schexnider war nicht auf einem Rendezvous. Und er hatte auch die Stadt nicht verlassen. Im Mai entdeckte ein Bauarbeiter die Leiche des Mannes im Schornstein einer Bank, die ihren ersten Stock renovieren ließ. Als Ende Juli feststand, dass es sich um den verschwundenen Schexnider handelte, habe die Mutter die Nachricht tapfer aufgenommen. So sagte es Hardy vor 14 Tagen laut "ABC News".

Am diesem Sonntag sollen nun die sterblichen Überreste Schexniders begraben werden. Wie er in den Schornstein gekommen war, was er dort wollte, ob er getötet wurde oder ob es ein Unfall war - das werden die Angehörigen vermutlich nie erfahren. "Zumindest wissen wir jetzt, wo er ist", sagte sein Bruder.

Als Schexnider verschwand, wurde er gesucht, weil er ein geklautes Autos besaß. Vorstrafen hatte er nicht. Bei der Leiche wurden keine Werkzeuge gefunden und auch sonst nichts Ungewöhnliches.

Die Position des Skeletts deutete laut Hardy darauf hin, dass Schexnider mit den Füßen voran in den 35 mal 35 Zentimeter engen Schornstein geklettert war. Unten, am Boden des ersten Stocks, gab es nur eine wenige Zentimeter große Öffnung, und nach oben kam er anscheinend auch nicht mehr. "Er steckte fest und konnte nirgendwo hin", sagt Hardy.

Außerhalb der Ziegelsteine waren eventuelle Hilfeschreie wohl kaum zu hören. In all den Jahren habe nie ein Mitarbeiter der Bank komische Geräusche gemeldet, so Hardy. Und nie habe jemand im ersten Stock, der kaum genutzt wurde, Leichengeruch wahrgenommen.

Aufgrund der wenigen Hinweise und der langen Zeit, die seit dem Verschwinden vergangen ist, erklärte die Polizei den Fall als abgeschlossen. Es gebe keine Anzeichen für ein Verbrechen, sagte Hardy. Es sei unmöglich, die Todesursache zu klären.

hut/AP



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