Fußballfund nach Tsunami: Rückpass aus dem Nichts

Unzählige Trümmerteile sind seit dem Tsunami in Japan auf dem Weg zu den Küsten Nordamerikas. Einzelne Gegenstände kommen dort bereits an, ein Fundstück führte nun zu einer rührenden Geschichte: Ein japanischer Junge, dessen Familie alles verlor, hat seinen Fußball bald wieder.

Nach Tsunami in Japan: Fußball in Alaska angeschwemmt Fotos
REUTERS/ NOAA/ David Baxter

Tokio - Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami wird ein japanischer Jugendlicher seinen verlorenen Fußball auf wundersame Art zurück erhalten. Der US-Amerikaner David Baxter fand den Ball rund 5000 Kilometer entfernt an der Küste von Alaska. Das berichtete der japanische Fernsehsender TBS.

Auf dem Ball steht allerhand geschrieben, darunter auch ermutigende Sprüche. Der 51-Jährige Baxter entdeckte mit Hilfe seiner japanischen Frau Yumi auch den Namen einer Schule. Yumi recherchierte den Ort der Schule, nahm Kontakt auf und kam so auf den Besitzer des Balles: Misaki Murakami, 16 Jahre alt.

Murakami hatte den Ball 2005 bekommen, ein Abschiedsgeschenk, bevor er auf eine andere Schule wechselte. Er telefonierte mit dem Paar aus Alaska, der Ball soll bald per Post nach Japan zurückkommen.

"Ich bin sehr dankbar, weil ich bisher nichts von meinen Sachen wiedergefunden habe", sagte Murakami zu TBS. Das Haus und der gesamte Besitz der Familie waren fortgeschwemmt worden, als die riesige Flutwelle am 11. März 2011 seine Heimatstadt Rikuzentakata im Nordosten Japans traf.

Seit dem Tsunami sind unzählige Trümmerteile auf dem Pazifik unterwegs. Die US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration erwartet, dass die Strömungen den Großteil der Trümmer zwischen März 2013 und 2014 an die Küsten Kanadas sowie der US-Staaten Alaska, Washington und Oregon treibt. Die Forscher haben aber auch daraufhingewiesen, dass einzelne Gegenstände bereits in diesem Jahr ankommen könnten.

Erst Anfang April hatte die Küstenwache ein Schiff versenkt, das herrenlos auf dem Pazifik trieb. Der Fischtrawler hatte seit dem Tsunami rund 8000 Kilometer zurückgelegt.

bim/AP

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