Zwischenfall in einem Kali-Schacht in Thüringen: Sieben Bergleute waren nach einem Gasausbruch unter Tage eingeschlossen. Vier von ihnen wurden inzwischen gerettet, drei werden laut Betreiber des Bergwerks noch vermisst.
Unterbreizbach/Kassel - Nach einem Gasausbruch in einer Kali-Grube im südthüringischen Unterbreizbach sind vermutlich noch drei Bergleute unter Tage eingeschlossen. Das teilte der Kali- und Steinsalzproduzent K+S GmbH mit. Die Grubenfeuerwehr suche nach den Vermissten, sagte ein Sprecher des Unternehmens.
Der Kasseler K+S-Konzern betreibt das Bergwerk und koordiniert laut MDR Thüringen die Rettungsarbeiten. Dem Unternehmen zufolge kam es bei einer Sprengung am Mittag zu einem massivem Ausbruch von Kohlendioxid.
Zunächst seien sieben Bergleute eingeschlossen gewesen. Vier von ihnen seien inzwischen unverletzt aus der Grube gerettet worden.
Der Gasausbruch habe sich nicht nur im Schacht, sondern durch starke Staubentwicklung auch auf die Anlagen über Tage ausgewirkt. Die Bergwerke Unterbreizbach und Merkers in Thüringen sowie die überirdischen Schachtanlagen seien geräumt worden. Gruben- und Betriebsfeuerwehren sind im Einsatz. Der Förderkorb, mit dem die Bergleute in und aus dem Schacht gelangen, arbeite noch.
Laut einem Sprecher von K+S ist es "Betriebsalltag", dass bei Sprengungen im Gestein eingeschlossenes Kohlendioxid austritt. Es sei aber ungewöhnlich, dass wie in diesem Fall schlagartig eine solche Menge Kohlendioxid entweicht, dass das Gas in den Schacht vordringt und über Tage austritt.
Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) war auf dem Weg zum Unglücksort. Unterbreizbach gehört zum Kali-Verbund an der Werra mit mehreren Werken in Thüringen und Hessen.
hut/dpa/AFP
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